Zeichen der Hoffnung

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Eigentlich wollte ich mich vor Weihnachten noch über weitere fragwürdige Heimlichkeiten der Schwarzenbeker (Selbst-)Verwaltung ausbreiten, aber einerseits fehlt die Zeit und andererseits bin natürlich auch ich von der Milde der Tage derart angeweht, dass ich fürchte, trotz der zum Himmel stinkenden, zutiefst undemokratischen Vorgänge nicht die rechten Worte zu finden. Daher verschiebe ich diese Bescherung auf einen Zeitpunkt nach der Bescherung und widme mich der Eile wegen nur ganz kurz einem kleinen Zeichen der Hoffnung, dass auch das Bergedorfer Blättchen lernfähig  und, wenn sie erst mal groß ist, auch eine richtige Zeitung werden kann.

Am 8. November berichtete ich in meinen Schwarzenbeker Impressionen u.a. von einem Leserbrief einer Frau Pohl, die anlässlich eines typisch unkritischen Bergedorfer Artikels über „Weihnachten im Schuhkarton“ auf den evangelikalen Hintergrund dieser Aktion verwies und sich fragte, ob es angemessen ist, so völlig unkritisch die Werbetrommel zu rühren. Mich selbst hatte dieser Leserbrief auch ein wenig peinlich berührt, denn ich hatte die Aktion zwar noch nie beworben, erinnerte mich aber daran, dass auch zu meiner Zeit als Elternvorsitzender am Gymnasium Schwarzenbek diese Veranstaltung von Schülerinnen und Schülern unterstützt wurde bzw. werden sollte. Der Schulleiter, der in diesem Punkt ausnahmsweise einmal recht hatte und dagegen war, wurde als Frevler angesehen. Damals hatte jedoch auch ich unkritisch dafür gestimmt. Man muss also immer wieder erkennen, dass kein Mensch vor Fehlern gefeit ist.

Hatte hoch auf dem Gelben Wagen auch den einen oder anderen nützlichen Gedanken: Walter Scheel

Jedenfalls gibt es in der heutigen Ausgabe der Bergedorfer Zeitung auf der Schwarzenbek-Seite erneut einen kurzen Artikel über die Aktion. Allerdings berichtet man sachlich und eher nüchtern und – Wunder über Wunder! – weist auch auf den evangelikalen Hintergrund und den amerikanischen Prediger Billy Graham hin! Nun mag mich auch in diesem Fall der Weihnachtsglanz blenden und meine Hoffnung übertrieben scheinen lassen, aber vielleicht lernt diese Zeitung doch eines Tages von ihren kritischen Leserinnen und Lesern, was kritische Distanz bedeutet. Ich muss immer an die Worte des ansonsten ja nicht so überzeugenden Altbundespräsidenten Walter Scheel denken: Der wünschte sich, dass die Jugend zu „kritischen Sympathisanten der Demokratie“ erzogen würde. Und so sollten es auch die Bergedorfer Journalisten halten. Es spricht ja nichts dagegen, dass sie mit Sympathie für Bergedorf, Lauenburg, Geesthacht und Schwarzenbek an die Dinge herangehen, aber man muss ja nicht gleich vor lauter Liebe blind werden.

Mal sehen, was der Weihnachtsmann uns noch alles beschert

Apropos Liebe. Zum Fest der Liebe wünsche ich nun allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs alles Gute, einen fleißigen Weihnachtsmann, Glück und gute Gesellschaft. Weiße Weihnachten sind gewährleistet und wohl dem, der jetzt nicht mehr raus muss. Bleiben Sie dem Blog treu, auch wenn die Artikel in den nächsten Tagen vielleicht etwas spärlicher erscheinen! Stöbern Sie auch noch mal in den älteren und finden Sie mit mir, dass die hier bedachten Politiker/innen sich freuen können, wie schnellebig die Zeit und wie schlau es ist, einen Skandal auf den nächsten folgen zu lassen. Man hat gar keine Zeit, sich zu empören bzw. wird die Empörung ein Dauerzustand und damit der Normalfall. Gönnen wir uns also eine kurze Auszeit, denn ich bin leider ganz sicher, dass wir im Januar wieder ausreichend Gelegenheit finden werden, uns hier zu treffen. Vielen Dank für Ihr Interesse und bis bald in diesem Blog!

One Response to Zeichen der Hoffnung

  1. Die besten Wünsche zurück,
    und möge dir die Lust am Schreiben erhalten bleiben,
    ich bin sicher die Themen werden jedenfalls nicht ausgehen.
    Auch allen anderen Lesern und Kommentatoren alles Gute!

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