Unvermögen

Wappentier des Stadtjugendrings: Wolfi

Wie berichtet, wurde in der letzten Stadtverordnetenversammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Grundstücksgeschäft getätigt bzw. beschlossen. Kaum waren die letzten verbliebenen Zuhörer hinaus gebeten und die Türen geschlossen, öffneten sie sich auch schon wieder. Offenbar im Schnellstverfahren wurde das Geschäft beschlossen. Der Bürgervorsteher verkündete den zwei oder drei letzten Interessierten, dass mal eben ein Grundstück von 750 m² Größe zum Schnäppchenpreis von 31.500 € gekauft wurde. Herr Beckmann brummelte etwas von Wegenutzungsrechten, weswegen das gekauft werden musste. Ich war müde, Frau Nowacki vom Gelben Blatt murmelte nur noch so etwas wie „Für so was ist Geld da…“, und man verabschiedete sich in die Nacht. Nicht öffentlich ist eben nicht öffentlich und Nachfragen sind ohnehin unzulässig. Mittlerweile liegt die Niederschrift der Sitzung vor und dort heißt es:

„Die Stadt Schwarzenbek kauft eine Grundstücksfläche in einer Größe von ca. 750 m² vom Schulverband Nordost.“

Wappen der Verbandsschule Nordost

Diesen Verkäufer hatte der Bürgervorsteher nicht erwähnt. Wenn er es getan hätte, wäre ich wohl sofort misstrauisch geworden, was das nun wieder für ein Stück aus dem Tollhaus ist. Inzwischen weiß ich, worum es geht und es wundert mich gar nicht, warum man das so husch-husch-heimlich über die Bühne bringt. Es geht nämlich darum, dass die Stadt Schwarzenbek das neue Holzhaus der Stadtjugendpflege offenbar auf Grund und Boden der Verbandsschule Nordost gebaut hat. Und damit gehört es auch diesem, denn das sollte jeder Bauherr wissen: Dem Grundeigentümer gehört alles, was auf dessen Grund errichtet wird. Tja, und das war jetzt nicht nur ärgerlich, sondern wurde auch teuer, denn nun musste die Stadt über 30.000€ an teuren Kassenkrediten aufnehmen, um dem Schulverband das Grundstück abzukaufen.

Diesem Schulverband gehören neben der Stadt Schwarzenbek ein paar kleine Randgemeinden an: Elmenhorst, Fuhlenhagen, Grove, Havekost, Kankelau und Möhnsen. Selbstverständlich hat Schwarzenbek den mit Abstand größten Anteil. Dieser wird jedes Jahr neu festgelegt und richtet sich – natürlich – nach den Schülerzahlen. Im Jahr 2010 betrug Schwarzenbeks Anteil rund 85%. Wenn man so will, zahlt Schwarzenbek also rund 27.000€ des Grundstückspreises in die eigene Tasche. So tröstlich es aber auch scheint, dass das Geld nicht verloren ist, so im Grunde idiotisch und auf jeden Fall ärgerlich und peinlich ist es, dass Schwarzenbek nun gegen teuersten Zins Geld aufnehmen muss, um es zinslos auf ein anderes Konto umzubuchen. So etwas nennt man Verschwendung von Steuergeldern und wenn ich an all die dilettantisch anmutenden Schlappen der letzten Zeit denke, dann befürchte ich, dass nicht nur die Stadtverordneten überfordert sind.

One Response to Unvermögen

  1. Ist eigentlich bekannt wo die Stadt Schwarzenbek ihre Kredite aufnimmt?
    Ich kenne mich zugegebenerweise in Kommunalrecht nicht aus.
    Steht es einer Kommune, Stadt frei wo sie Kredite aufnimmt?
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber selbstverständlich gibt es ja
    Provisionen bei einer Kreditaufnahme.
    Natürlich unterstellt man niemandem etwas, aber bei den Verfilzungen
    die sich in letzter Zeit auftun (oder besser bekannt werden) würde mich nicht
    wundern wenn da jemand ist, der jemanden kennt, der….

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