Denn sie wissen nicht, was sie tun

J.Francke: Überzeugung oder Kalkül?

Entgegen anders lautenden Meldungen, so schreibt die Bergedorfer Zeitung heute, haben die Stadtverordneten nun doch nicht etwa für G8 am Schwarzenbeker Gymnasium votiert, sondern das Thema zurückgestellt. Das beruhigt mich, denn so hatte ich es ja bereits am Wochenende als erster berichtet. Wie ich ebenfalls hier beschrieb, war ich durch die Falschmeldung der BZ jedoch verunsichert worden. Und daher sage ich das auch ganz ohne Häme gegenüber den Profis: Da kann man schon mal durcheinanderkommen. Vor allem weil der Bürgervorsteher die Dinge so gar nicht im Griff hat. Für die Journalisten kommt häufig genug das Problem hinzu, gleichzeitig mitschreiben und fotografieren zu müssen. Deshalb wäre es besonders wichtig, gerade bei Abstimmungen eine unmissverständliche Sitzungsleitung zu haben.

Ich schilderte ebenfalls, wie auffällig und unerklärlich der Stimmungsumschwung innerhalb der SPD-Fraktion war. Die Ausgangslage war eigentlich deutlich: Der Kulturausschuss und auch die eigene Fraktion hatte sich eindeutig für G8 erklärt und daher wäre der Antrag zu unterstützen und nicht zu vertagen gewesen. Was darf ich nun annehmen, was die Fraktion glaubte, worüber im ersten Versuch abgestimmt wurde? Bekanntlich musste die Abstimmung wiederholt werden, da die Auszählung schief gegangen war. In diesem ersten Versuch hatte die SPD-Fraktion noch komplett gegen, im zweiten Anlauf bei einer Enthaltung aber dafür gestimmt.

Ich will zugunsten der Sozialdemokraten annehmen, dass man sein Abstimmungsverhalten nicht etwa spontan änderte, weil man realisierte, wie die anderen Fraktionen stimmten. Was sind aber die anderen Alternativen?

  • Man hat gar nicht gewusst, worum es gerade geht. Das wäre äußerst bedenklich, denn dann muss man sich fragen, warum man dennoch das Händchen hebt, erst so und dann anders herum? Abgesehen davon wäre die Abstimmung dann auch ungültig, wenn sie erkennbar auf falschen Annahmen beruht.
  • Man hat sich im ersten Anlauf vertan, dann aber korrigiert. Nachdem die Vertagung erst in der Sitzung und auch nicht von der SPD beantragt worden war, hat man offenbar den Grund für die Vertagung überzeugend gefunden. Nun bestand dieser Grund aber darin, auf das Votum der Eltern zu warten, welches nicht nur längst vorlag, sondern woraus die Sozialdemokraten in der Sitzung sogar zitierten!

Sagen Sie mir, was ich davon halten soll? Was tun die da? Ich will lieber an dieser Stelle nichts mehr sagen, denn sonst rügt mich Herr Gerber erneut, dass ich die Grenze zur Beleidigung übertrete.

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