Verwirrend

In diesem Artikel berichtete ich von der letzten Stadtverordnetenversammlung und davon, wie das Gremium sich für die Zurückstellung des Tagesordnungspunktes zur Frage des achtjährigen Gymnasialbesuchs aussprach. Ich will jetzt meine inhaltliche Kritik nicht wiederholen, denn heute geht es darum, ob überhaupt so abgestimmt wurde, wie ich das hier kolportierte. Denn die Bergedorfer Zeitung hat das anders erlebt. In deren heutiger Ausgabe kommen die für mich überraschend auf die Veranstaltung vom Freitag zurück und schreiben: „Mehrheit spricht sich für G8 aus“. Und dann steht dort das auch von mir notierte Abstimmungsergebnis von 12 zu 7 bei einer Enthaltung. Und insofern muss ich wohl davon ausgehen, dass ich mich täuschte. Wie konnte das geschehen? Bin ich selbst die Schlafmütze, als die ich andere hier schon titulierte?

Ehrlich bemüht, ernsthaft überfordert.

Ganz ehrlich, ich bin verunsichert. Ich wundere mich zwar auch über diesen späten Nachtrag der Zeitung und darüber, wie sehr ich mich täuschen konnte, aber ich hätte durchaus eine Erklärung, warum das so sein könnte. Wer in der letzten Zeit einmal zugeschaut und miterlebt hat, wie schwer es Herrn Beckmann fällt, nicht nur die Ordnung in den Sitzungen beizubehalten, sondern auch und gerade die Abstimmungen halbwegs zuverlässig durchzuführen, dem dürfte solche Verwirrung nachvollziehbar sein. Und eines weiß ich nun ganz genau, nämlich dass in der Debatte der Vorschlag gemacht wurde, die Abstimmung zu vertagen, bis das Elternvotum vorläge. Ich erinnere das u.a. deswegen so genau, weil ich mich mit meinem Sitznachbarn darüber austauschte, wie wenig wir das nachvollziehen könnten. Und daher ging ich – und mit mir übrigens nicht nur andere Gäste, sondern auch Stadtverordnete, wie ich mittlerweile erfuhr – davon aus, dass zunächst, so wie das üblich ist, über die Vertagung abgestimmt wurde. Und darauf bezogen wir dann auch das Ergebnis.

Und dieses Ergebnis wäre durchaus in Übereinstimmung mit den vorgetragenen Positionen zu bringen, zum Beispiel so:

  • SPD: 5 gegen Vertagung,   1 Enthaltung
  • Grün: 2 gegen Vertagung
  • CDU: 5 für Vertagung
  • FWS: 3 für Vertagung
  • BUB:  2 für Vertagung
  • FDP: 2 für Vertagung

Abb.1: Beckmannsche Verwirrungskurve

Noch einmal: Ganz sicher bin ich mir nicht mehr. Es könnte auch sein, dass ein Teil der Stadtverordneten über eine Vertagung abzustimmen glaubte, während der andere Teil meinte, über den Antrag selbst abzustimmen. Wenn Sie  ein solches Tohuwabohu für nicht vorstellbar erachten, dann sollten Sie wirklich einmal zu einer dieser Veranstaltungen kommen. Es ist wirklich phänomenal, wie der Grad der Verwirrung mit jedem Meter Abstand von Herrn Beckmann und seinem Ghostspeaker Warmer exponentiell zunimmt (Abb.1). Erschwerend kommt hinzu, dass die an die Wand geworfenen Anträge mit dem Fortgang der Sitzung nicht Schritt halten und die Auszählungen bisweilen an Schätzungen erinnern. Wenn ich Ihnen jetzt noch erzähle, dass die erste Auszählung vollkommen in die Hose ging und, als Herr Beckmann um erneute Stimmabgabe bat, die komplette SPD-Fraktion anders abstimmte, als beim ersten Mal, so dass sich die gesamte Zuhörerschaft verwundert die Augen rieb, wie ein solcher Stimmungsumschwung binnen 1 Minute möglich ist, dann wissen Sie hoffentlich genug, um sich ein Bild zu machen, wie verlässlich diese Abstimmung abgelaufen ist. Für meine –  eventuell fehlerhafte – Auffassung würde ich dann allerdings den früheren Bürgervorsteher als Kronzeugen berufen. Der war über dieses Abstimmungsergebnis genau so verdutzt wie ich.

 

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