Marketing á la Schwarzenbek

Ist das nun Rupperts, Delfs' oder Moldenhauers Hut? Nehmen den am Ende alle drei?

Am vergangenen Wochenende schaute ich zuletzt in den Sitzungsplan, weil ich wissen wollte, welchen Ausschuss das Verlangen nach Neubesetzung aller Ausschüsse in die Verlegenheit gebracht hätte, mangels Mitgliedern nicht tagen zu können, bis dann neu gewählt worden wäre. In diesem Jahr wäre das nur noch der morgige Bauausschuss gewesen und die wollen im Schöttenkrog ohnehin nur ein wenig ballern und feiern. Ich bin mir sehr sicher, dass ansonsten kein Termin mehr vermerkt war. Am 6. Dezember sind aber zwei Termine hinzugekommen: Danach soll es am 13. Dezember eine Informationsveranstaltung des oder für den Finanzausschuss geben und am 20. Dezember (!) eine Aufsichtsratssitzung der Schwarzenbek Marketing GmbH. Da ich es mittlerweile ablehne, an Zufälle zu glauben bzw. alles erst einmal harmlos zu finden, frage ich mich, was es wohl damit auf sich haben könnte. Nun, der Finanzausschuss könnte ein wenig Information verkraften, wie wir jetzt dank Herrn Marohn von der LN wissen. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um eine Art Pressekonferenz, in der der Rücktritt von Herrn Moldenhauer bekannt gegeben wird. Ich fürchte, das würde seiner Eitelkeit entsprechen, quasi im großen Stil abzutreten.

Aber was ist mit dem Aufsichtsrat? Hat dessen Sitzung etwas mit dem gestrigen Artikel des Gelben Blattes zu tun? Eventuell hat man ja versucht, mit diesem Artikel den ins Kraut schießenden Spekulationen zu begegnen. Deren gravierendste war und ist, dass man über diese GmbH Provisionen im Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften zu kassieren gedenkt, für welche die Stadt anschließend das Baurecht ändern soll. Ich persönlich wüsste bei einer solchen Konstellation nicht mehr, wie man das anders als Korruption bezeichnen könnte. Jedenfalls hat man über den Anzeiger verlauten lassen, dass der Aufsichtsrat „in einem ersten Beschluss die Richtung der künftigen Aufgaben“ vorgibt. Und dann wird Ralf Hinzmann zitiert:

„Er hat festgelegt, dass die Marketing GmbH keine Grundstücksgeschäfte machen darf, um mögliche Risiken auszuschließen.“

Gilt nach § 52 GmbH-Gesetz entsprechend auch für GmbH

Wie darf man das verstehen? Hat man, um Risiken auszuschließen, der GmbH verboten, Grundstücksgeschäfte zu tätigen? Oder darf man nur keine Grundstücksgeschäfte zum Zwecke des Risikoausschlusses tätigen, sonst aber sehr wohl? Das finden Sie jetzt spitzfindig? Oder sogar nur noch doof? Ja, entschuldigen Sie bitte, aber man darf sich ja einmal wundern. Wenn Sie in meinem entsprechenden Artikel nachlesen wollen, dann kann man „Grundstücksgeschäfte“ an sich ja auch unterschiedlich interpretieren. Und wenn ein solcher Beschluss tatsächlich bereits gefallen sein sollte, dann fragt sich hoffentlich nicht nur der blackbekblog, anlässlich welcher Sitzung dieser Beschluss gefallen sein soll? Laut Sitzungsplan trifft man sich am 20. Dezember zum ersten Mal! Aber lassen wir auch das dahingestellt. Wundern wir uns auch nicht darüber, wie und warum ein Aufsichtsrat derart einschränkend in den Gesellschaftszweck eingreifen sollte und dürfte. Ignorieren wir darüber hinaus, dass ein Aufsichtsrat gewöhnlich nur beaufsichtigt und bestenfalls Geschäftsführungsmaßnahmen von seiner Zustimmung abhängig machen kann. Aber eines soll mir bitte einer erklären: Warum gründet man ein Unternehmen, dessen Gegenstand vornehmlich

„der auf eine Stadtentwicklung ausgerichtete Erwerb, die Beplanung, und Veräußerung von bebauten oder unbebauten Grundstücken“

ist und ermächtigt die Gesellschaft insbesondere und in erster Linie, zu diesem Zweck

„Grundstücke oder grundstücksgleiche Rechte zu erwerben, mit Gebäuden zu versehen, zu veräußern, zu vermieten, zu verpachten oder sonst wie in Nutzung zu geben; Maßnahmen zur Baureifmachung, auch im Zusammenhang mit Dritten einzuleiten und zu koordinieren“ ,

So einfach es erscheint, an diese Information zu kommen, so benötigte ich aber doch Unterstützung von einem "Fan von blackbekblog". Auch von dieser Stelle sei noch einmal gedankt.

nur um dann mit dem allerersten Beschluss des Aufsichtsrates Zweck und Geschäftstätigkeit des Unternehmens annähernd komplett wieder auszuschließen? Ich meine, konsequenter wäre doch nur die sofortige Einstellung des Unternehmens gewesen! Ich bin ein intelligenter Mensch, aber ich fürchte, ich kann nichts Intelligentes dazu beitragen. Erklären könnte ich mir die ganze Chose nur so, dass man dabei erwischt wurde, wie man eine Sauerei plante und die nun ganz schnell mehr oder weniger zu heilen gedenkt, noch bevor zu viele zu genau hinsehen. Aber das kann es nicht sein, denn dann hätte man nicht nur rechtswidrige Geschäfte geplant, sondern auch die Öffentlichkeit belogen. So dumm kann keiner sein, denn das hätte ja ganz schnell auch in Demissionen der Herren Ruppert, Thiede, Hinzmann enden können. Nein, ich warte einfach auf den nächsten Artikel im Gelben Blatt oder der Bergedorfer Zeitung. Darin findet sich dann bestimmt eine ganz einfache Erklärung für diese Eintragung im Handelsregister.


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