Der unanständige Innenminister

Manchmal ist es besser dumm da zu stehen als den Mund aufzumachen und alle Zweifel zu zerstreuen

Das ist mir ein schöner Herkules! Nachdem ich die Aufgabe, die CDU Schwarzenbek zu befrieden, bereits hier kurz erwähnt hatte, konnte man nicht erst im gestrigen Gelben Blatt lesen, wie wenig gewitzt der Herr Innenminister die Aufgabe löste. Anstatt den überfälligen Generationenwechsel einzuleiten und eine Mediation durchzuführen, um die inhaltlichen Probleme zu lösen, setzte man lediglich eine Arbeitsgruppe ein, um einen neuen Vorstand zu erkiesen. Dabei hatte der offensichtlich einer gewissen Form von Altersstarrsinn anheimfallende Fraktionsvorsitzende und heimliche Herrscher Hans-Joachim Delfs mehr als einmal erkennen lassen, wie wenig bis gar kein Gespür für eigene Versäumnisse ihm zueignet. Er habe damit nun gar nichts zu tun, an ihm läge es am allerwenigsten und auch dagegen könne er nichts bewirken. Die Rolle der bösen Hexe in dem schlechten Schauspiel war verteilt und auch Herr Delfs machte alle Verantwortung an Frau Jennrich fest.

Das ist insofern interessant, als jetzt offenbar 14 Mitglieder der CDU den Rücken kehrten und darunter nicht nur der einstige Hoffnungsträger und kurzzeitige Bürgervorsteher Jörn Kranacher, sondern auch der fähige und erfahrene – und nicht im Ruhestand befindliche – Martin Salgmann. Wenn ich nur die beiden erwähne, mögen andere mir verzeihen, so genau kenne ich die schwarzen Schwestern und Brüder nun auch wieder nicht. Jedenfalls scheint die Personaldecke innerhalb der CDU mittlerweile so dünn, dass die allfälligen Rücktritte der Herren Moldenhauer und Delfs kaum durchführbar erscheinen, ohne dass erneute Grabenkämpfe ausbrechen. Wenn man sich das so anschaut, ist die CDU eine echte Untergrundpartei geworden: Man tritt sich weiterhin gepflegt unter dem Tisch in die Schienbeine. Jedenfalls hat es Klaus Schlie ganz offensichtlich nicht vermocht, die Auseinandersetzung auf und die Kombattanten an einen gemeinsamen Tisch zu holen.

In der Wagenburg: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.

Ich fürchte, dafür ist er auch zu schlicht gestrickt, im Kaderdenken verhaftet und dem autoritären Führungsprinzip verpflichtet, so wie vermutlich seine Schwarzenbeker Entsprechung Delfs. Lieber nimmt man hin, dass wesentliche – und vor allem: aktive! – Teile der Basis und der Fraktion wegbrechen, als dass man seine eigene Richtung überprüft. Auch setzt man den autokratischen Führungsstil ungebrochen fort und arbeitet somit konsequent auf den nächsten Bruch hin. Es kann ja nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere Mitglieder ausbrechen, denn ich bin mir sehr sicher, dass die Damen Wladow und Wähling und das eher stille, aber doch sehr viel tiefere Wasser Krispin, die männerbündlerische Art des ebenso kraftmeiernd, wie gerontisch erscheinenden Triumvirats Delfs-Moldenhauer-Beckmann nur noch sehr begrenzte Zeit aushalten werden.

Wie dünn und dümmlich die argumentative Ausstattung dieser Herren zu sein scheint, zeigt neben dem Delfschen Duktus auch der unsägliche Zuchtmeister Schlie, wenn er jetzt die Frechheit zu solchen Aussagen besitzt:

„Wenn die beiden anständig wären, würden sie ihre Mandate in der Stadtverordnetenversammlung zurückgeben. Schließlich haben sie diese auf CDU-Ticket erhalten.“

Auch so ein Innenminister, der nicht ständig mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen wollte...

Das darf man sich gerne auf der Zunge zergehen lassen. Herr Schlie bezeichnet  ja nicht nur die gesetzlich geschützte Tatsache,  ein rechtmäßig erworbenes Mandat auch weiterhin auszuüben, selbst wenn man aus einer Partei aus- und in eine andere Partei eintritt, als unanständig, sondern spricht beiden BUB-Stadtverordneten ganz grundsätzlich den Anstand ab, wenn sie ihr – zudem in Direktwahl erworbenes! – Mandat etwa nicht aufgäben. Nun bin ich kein romantischer Spinner, keine Bange. Selbstverständlich weiß ich, dass diese Typen alle heute so und morgen so reden und insbesondere Anstand und Moral ausschließlich nach Nutz und Frommen beurteilt werden.

Mir ist ja klar, dass hier ein Blinder von der Farbe redet, aber solche Aussprüche bleiben dennoch eine Frechheit und eines Innenministers nicht nur unwürdig, sondern unannehmbar. Der Mann vertritt qua Amtes Recht und Gesetz in Schleswig-Holstein und offenbart ein mindestens krude zu nennendes Rechtsverständnis. Höchste Zeit, ihn in den Stall zurück zu schicken, dem er entsprungen ist. Soll er da weiter ausmisten, dann bleibt am Ende außer ihm und seinem Mist wenigstens keiner übrig. Dann wäre er so isoliert, wie er es mit solchen Rechts- und Moralansichten dringend sein sollte! Bitte beachten Sie dabei: Er selbst ist nur aufgrund einer verfassungswidrigen Wahl in Amt und Würden!

 

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