Nächste Abfuhr: morgen früh

Ich lese gerade in den Lübecker Nachrichten eine Eilmeldung, die es in sich haben könnte, wenn sich denn herausstellte, dass der berühmt-berüchtigte Herr Haack von der Kommunalaufsicht das Problem genau so beurteilt, wie der Kreissprecher:

„Der Beschluss zum Schwarzenbeker Haushalt muss möglicherweise wiederholt werden. Grund ist, dass der Vorbericht zur Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Freitag nicht fertig war. Und ohne diesen ist das Zahlenwerk nicht komplett.“

Sorry, Herr Moldenhauer, aber wenn das zutrifft, ist es wirklich eine wahre Nappeligkeit!

Nun habe ich häufig genug in diesem Blog die örtliche Presse nicht nur durch den Kakao gezogen, sondern bisweilen auch hart kritisiert. Von Gefälligkeits- bis zu bestellten Beiträgen habe ich mit harten Bandagen nicht gespart. Allerdings bin ich dabei nie so weit gegangen wie Herr Moldenhauer, der die Arbeit des Herrn Marohn von den Lübecker Nachrichten als „Müll“ bezeichnete, den er sowieso nicht lese. Oder Josefin Francke, der in ihrer Erklärungsnot am Freitag nichts besseres einfiel, als anzudeuten, dass man die Artikel von Herrn Marohn ohnehin nicht so ernst nehmen könne, wenn er wie z.B. in Sachen Haushalt ihre Äußerungen nicht richtig wiedergegeben habe: „Schauen Sie doch mal, wessen Name über dem Artikel steht“, beschied sie Herrn Schröder, so als ob der Name Marohn ausreiche, ihre unglaubliche Entgleisung zu exkulpieren. Eberhard Schröder von der FWS sorgte sich, was der Herr Haack wohl denken würde, wenn er in der Zeitung lesen müsse, dass die Steuererwartungen in Schwarzenbek absichtlich zu hoch angesetzt wurden, um doch noch freiwillige Leistungen zahlen zu können.

Nun ist das vielleicht kein Problem mehr, wenn Herr Haack den Haushalt ohnehin nicht genehmigen kann. Und eventuell hat sich Herr Marohn ein weiteres Mal unbeliebt gemacht, wenn das Ganze erst durch seine Recherche ruchbar wurde und nun auch nicht mehr zu verstecken ist. Denn solches Versteckspiel traue ich der Kommunalaufsicht ohne weiteres zu. Ich bin mir nicht sicher, ob der Vorbericht überhaupt jemals zu dem beschlossenen Haushalt gehörte. Nach § 6 Gemeinde-Haushaltsverordnung gehört er jedenfalls zwingend dazu, soviel steht fest. Gemäß § 5 gehört jedoch auch die Mittelfristige Ergebnis- und Finanzplanung zwingend dazu und hatte man am Freitag nicht gerade darauf hingewiesen, dass nach mehr als 7 Jahren entsprechender Forderung durch die FWS jetzt erst im Hauptausschuss beschlossen wurde, eine solche mal zu erstellen? Na, ich hoffe, ich verwechsele dabei etwas.

Das könnte eine echte Abfuhr für Herrn Moldenhauer werden

Nachdem Holger Marohn erst vor wenigen Tagen auch den China-Deal – als erster und einziger Journalist bisher – einer kritischen Würdigung unterzog und auch in Sachen Stadtmarketing GmbH investigativ unterwegs ist, muss und will ich gern hier auch einmal eine Lanze für ihn brechen: Es ist vermutlich nicht immer einfach, kritische Artikel im eigenen Blatt auch unterzubringen, da habe ich mit Sicherheit leichter reden und daher gebührt diesem Zeitungsmann Respekt. Nun mag nicht jeder den „Müll“ mögen, den er da bisweilen aufdeckt, aber er transportiert ihn nur. Angerichtet haben das andere und auch wenn es stinkt, sollte man dem Überbringer der Botschaften eher dankbar sein, als ihn zu verdammen. Ich bin es und hoffe, die Lübecker Nachrichten bleiben dabei. Mein Leser Eckhard Schäfer hat mich ja auch gerade auf eine Arbeit der LN hingewiesen, welche die Redaktion trotz Droh- und Druckkulisse aus dem Innenministerium verteidigte. Ehre, wem Ehre gebührt.

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