Die willige Handpuppe

Noch 'ne Mio???

Hosianna! Das Wort „angeblich“ hat Einzug in den Sprachschatz der regionalen Redakteure gefunden! Jedenfalls benutzt es Holger Marohn heute in den Lübecker Nachrichten, wenn er die Reaktion des Schwarzenbeker Bürgermeisters auf die jüngste Gewerbesteuerrückzahlung beschreibt: „Angeblich völlig überraschend“ sei diese über ihn gekommen. Da man nicht mehr als Rupperts Angabe hat und in dessen Kopf nun einmal nicht schauen kann, ist das die einzig mögliche, weil einzig zutreffende Formulierung: „Angeblich“.

Und Zweifel sind erlaubt. Ich schrieb ja bereits an dieser Stelle, wie unvorstellbar erscheint, dass der Bürgermeister sich derart im Blindflug befindet. Vor allem dann, wenn er im gleichen Atemzug von der angeblich guten Auftragslage berichtet, welche Hoffnung für die Zukunft mache. Natürlich ist möglich, dass auch das nur hohles Gefasel ist. Größere Skepsis entsteht, wenn ich lese, wie die örtliche Obergenossin Josefin Francke zitiert wird. Danach habe man „bewusst höhere Ansätze gewählt“, um den Vereinen etwas zukommen lassen zu können. Freundliche Absichten sehr wohl unterstellt, ist die Wirkung der Aussage dennoch verheerend: Nicht nur steht Frank Ruppert als Lügner da, auch lässt zusammen zucken, wie locker die Dame mit Bilanzfälschungen umgeht.

„Keine Sorge, ich habe immer Oberwasser!“

Die neuesten Wasserstandsmeldungen zur Schwarzenbeker Schuldenflut kann man nur noch resignierend zur Kenntnis nehmen. Mir klingt immer noch Eberhard Schröder von der FWS im Ohr, wonach die Finanzierung des Millionengrabes der Privat-Public-Plünderung mindestens bis 2012 „gesichert“ sein sollte. Aber was ist schon von Planlos-Peinlichen-Politikern zu erwarten? Sein anderes Versprechen, mir gelegentlich auf dem heimischen Sofa verklickern zu wollen, warum der öffentliche Ausverkauf dennoch eine ganz tolle Nummer sei, ist auch schon wieder zwei Jahre alt. Nicht, dass ich auf die Märchenstunde gesteigerten Wert legte, aber es zeigt sich eben doch immer wieder, dass man außer Pleiten, Pech und Pannen nichts auf der Pfanne hat.

Die neue Finanzausschussvorsitzende

Nun denn, in Zukunft will ja offenbar Frau Francke den ausgeräumten Tresor (Finanzausschuss) bewachen und freiwillig die ihr von der CDU zugewiesene Rolle des Pleitegeiers übernehmen, denn mehr als „Kein Geld, kein Spielraum, keine Möglichkeiten“ wird sie als gerupfter Papagei aus dem Schuldturm kaum krächzen können. Dafür überlässt sie dem Master-of-Desaster Delfs auch weiterhin die Promenade und hält ihm verlässlich die von ihm produzierte Opposition vom Hals. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. Chapeau, Frau Francke, angesichts dieses politischen Rohrkrepierers wird verständlich, warum kein Mensch mehr die SPD benötigt. Da kann man besser das Original wählen, denn dann hat man wenigstens von Beginn an keine Illusionen mehr.

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