Die kleine Dingdong

Wie hatte Käpten Iglo gesagt? Die Braut muss sich hübsch machen. Na, das hat sich Frank Ruppert nicht zweimal sagen lassen und sich für den „großen Bahnhof für Mr. Zhu“ (Bergedorfer Zeitung) ins fesche Seidenjäckchen gewandet. Wie man jetzt erfährt, wurde am vorgestrigen Dienstag im Amtsrichterhaus die Vertragsunterzeichnung schon einmal vorgefeiert, als neben einigen Stadtverordneten und auch hochrangigeren Politikern auch „Vertreter aus der Wirtschaft“ und handverlesene Gäste einem „Festakt für den chinesischen Investor“ beiwohnten. Und ein Notar war praktischerweise auch gleich dabei.

Nur das Bremsen nicht vergessen, Herr Ruppert!

Ich weiß nicht, in welcher Form die anderen eingeladen wurden, die gewöhnlichen Stadtverordneten wurden zu einem Gedankenaustausch mit Herrn Zhu eingeladen. Von weiteren Gästen stand da nichts zu lesen und von großen Bahnhöfen ebenfalls nicht. Und so steht es ja auch in der Zeitung, vielen Dank an die Herren Huhndorf und Jürgensen: „Die Feier im altehrwürdigen Amtsrichterhaus war … vordergründig ein Wiedersehen der Schwarzenbeker Reisegruppe“. So wird in Schwarzenbek gerne gearbeitet. So geht man in China auch gern mit der Prostitution um. Da werden die käuflichen Mädchen gerne als „verpackte Ehefrau“, als „Schwester des Friseursalons“ oder auch als „Dingdong-Damen“ bezeichnet.

Der Vorteil weiter Felder: Hier müsste man die 6 Hektar nicht zwingend in die Höhe bauen

Am Rande der ausgelassenen Feier konnten die Redakteure nun auch erfahren, welches mysteriöse zweite Areal angeblich auch zur Disposition steht und da hat es mich doch glatt ein zweites Mal in dieser Woche vor Lachen aus dem Stuhl geworfen. Dabei soll es sich um die Ackerfläche in direkter Nachbarschaft zum Wohngebiet Mühlenkamp handeln, auf der bereits das Phantomschwimmbad des Herrn Hartmann steht. Offenbar muss dieser Grund immer herhalten, wenn es um Wolkenkuckucksheime geht. Allerdings hatten die Stadtverordneten damals auch eine äußerst zuvorkommende Bereitwilligkeit angesichts der B-Plan-Änderung gezeigt.

Hinterher war zwar u.a. von Herrn Moldenhauer zu hören, dass er ohne den auch damals zuverlässig entwickelten Zeitdruck niemals seinen Segen dazu gegeben hätte und bereits während der Verhandlungen hatte sich Herr Böttel vernehmen lassen, dass er notfalls dagegen klagen werde, aber genickt hatte die Mehrheit sehr wohl. Und so wird die Schafherde auch zur Schafwiese neben der Firma Fette den veränderten Bebauungsplan durchwinken, schließlich gilt es offenbar, eine fette Provision abzugrasen. Jedenfalls habe ich auch diese Frage und andere mehr teilweise schon vor 6 Wochen an die Fraktionen mit der Bitte um Antwort gegeben. Letzten Freitag erhielt ich dann die Information, meine Fragen wären an den Hauptamtsleiter Björn Warmer weitergereicht worden, damit der die beantworte.

Achtung: Bei der Vaterschaftsklage funktioniert die Automaten-Ausrede garantiert auch nicht!

Wie bitte? Ich fragte nach Kenntnissen, Bewertung von Sachverhalten, fraktionsinternen Vorgängen und Verantwortlichkeiten und solche Fragen können Politiker delegieren? Okay, seit Walther Leisler-Kiep wissen wir, dass hin und wieder Unterschriftsautomaten verantwortlich sind, aber dass Stadtberordnete neben dem Gehirn jetzt auch noch das Gewissen auslagern, das ist selbst für eine Schafherde außergewöhnlich. Mag ja sein, dass man immer blökt, wie der Schäfer und sein Hund das wollen, aber ihren Instinkt lassen sich diese Tiere doch nicht nehmen. Unsere Stadtverordneten sind da anscheinen großzügiger. Warten wir einmal ab, ob neben ihrem politischen Instinkt auch ihr Überlebenswille outgesourced wurde. Denn wehe, wenn da irgendwelche Zahlungen des Investors an die Stadt oder städtische Betriebe ans Licht kommen. Ich fürchte, dann macht sich auch jeder einzelne Stadtverordnete strafbar, der dann für eine Änderung des B-Plans im Sinne des großen bösen Wolfes – oh, sorry, falsches Märchen! – des Partners und Freundes „Mister“ (wieso eigentlich Mister und nicht Herr) Zhu stimmt.

Charlotte Roche. Und wo lassen Sie denken?

Vermutlich wird der B-Plan bereits am 3.12. geändert, wenn der Kaufvertrag schon Ende dieser Woche unterzeichnet werden soll. Wenn Sie mich fragen, wird Herr Zhu ja nicht so blöde sein, einen irreversiblen Vertrag zu schließen, wenn die Frage der Baugenehmigung noch völlig offen ist. Der Notar ist hier wirklich gefordert, eine entsprechende Ausstiegsklausel einzuarbeiten, denn was soll der Chinese mit einer blöden Schafwiese anfangen? Da benötigt er schon ein wenig mehr Wolle für seine Textilien und dafür zahlt er unter Garantie keine Courtage. Nein, nein, der seidige Bürgermeister hatte sich ja auch bereits vertraglich verpflicht, Baurecht zu schaffen. Und das wird er schon schaffen, egal, was er sich dafür anziehen muss. Wie man hörte, hat sich Charlotte Roche gerade angeboten, mit dem Bundespräsidenten schlafen zu wollen, wenn der nur die Laufzeitenverlängerung für die Atomkraftwerke verhindere. Prostitution scheint also en vogue.

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