Die Grenzen der Physik

Wer gab den Dackeln dieses Zeichen?

Nun habe ich mich hier so oft gemopst, dass die Dackel nur wackeln können und nun haben die trotz Aufforderung ihres Alphatieres mit dem Kopf geschüttelt, und nicht etwa genickt. Wenn ich der Bergedorfer Zeitung glauben darf, hängt das auch nicht mit ersten Anzeichen einer Schüttellähmung zusammen, sondern geschah mutwillig! Das Konzept der Stadtverwaltung für den geordneten Rückzug diverser Einrichtungen in die Stellung Compeschule an der Breslauer Straße ist „durchgefallen“, so jedenfalls der Subtitel der BZ.

Immer wieder aufs Neue vom Sonnenuntergang überrascht: Hans-Joachim Delfs

Na ja, bis auf weiteres jedenfalls. Da tagten also Sozial-, Kultur- und Finanzausschuss und hatten die Vorlage zu beraten (und möglichst zu beschließen), wonach nicht nur die Grundschule eben nicht in die Berliner Straße umzieht, sondern auch noch Förderschule, Jugendtreff und Volkshochschule in ihr Gebäude aufnehmen soll. Unter normalen Umständen ein Unding, sind ja aber nun einmal die Kassen leer, der Sparzwang groß und die Phantasie wie üblich gering. Wenn dann auch noch der unvermeidliche Leiter des Heimlichen Hauptausschusses Delfs überrascht ist, weil er trotz des an sich geplanten Umzugs dachte, dass die Grundschule nicht nur „bleibt, wo sie ist“ (verraten sie es ihm nicht, aber genau das sollte sie ja nach dem neuen Konzept), sondern auch „den vorhandenen Standard behält“, dann kann man wohl nicht mehr erwarten.

Was hat der ahnungslose Herr Delfs denn geglaubt, was passieren soll? Wie sollten die drei Institutionen denn in das Teilgebäude passen, wenn die Grundschule nicht verkleinert würde? Oder war er davon ausgegangen, dass statt der Grundschule ein, zwei oder alle drei Betroffenen in das ehemalige Gebäude der Realschule gingen, damit wir zwei nur halbwegs genutzte Gebäude bewirtschaften? Warum liegen die jetzt von ihm angemahnten Zahlen für einen Umzug der Grundschule nicht schon längst vor? Und wie kann es eigentlich angehen, dass von dem sachlich gebotenen Umzug der Grundschule wieder abgerückt wurde? Warum war noch gleich die Realschule in das ehemalige Gymnasialgebäude umgezogen und waren die 10 Millionen € Sanierungskosten auf jeden Fall geboten? Wie hoch ist eigentlich die Auslastung nach diesem Umzug? Damals hieß es, dass das ehemalige Gymnasiumgebäude dann von Realschule, Compeschule und Volkshochschule genutzt werden sollte…

JVA Hünfeld: Das erste Gefängnis, das als PPP betrieben wird

Erinnern Sie sich, dass zu dem Zeitpunkt, als der Neubau des Gymnasiums beschlossen wurde, in der Realschule 3 Klassen ohne eigenen Raum im Gebäude wanderten, im Gymnasium aber keine einzige? Ist Ihnen noch gegenwärtig, dass ein Neubau für die Realschule nicht nur wesentlich günstiger, sondern auch von den vorhandenen Grundstücken wesentlich effizienter gewesen wäre? Das heutige Gymnasium der langen Wege und vermurksten Sportstätten wäre uns ebenso erspart geblieben, wie ein finanzieller Offenbarungseid. Wissen Sie noch, dass der Schulleiter des Gymnasiums die Neubaupläne als Schnapsidee bezeichnete? Ist Ihnen klar, dass das Gymnasium locker hätte abschnittsweise in das gegenüberliegende Gebäude ausweichen können, während Stück für Stück und je nach Kassenlage renoviert worden wäre? Wussten Sie, dass es damals aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger viele Ideen gab, die aber alle nicht ernsthaft geprüft wurden?

Erklärt seine relative Theorie auch die Untiefen Schwarzenbeker Stadtplanungen?

Laut Bergedorfer Zeitung zeigten sich die Politiker überrascht, dass die Schule jahrgangsübergreifenden Unterricht abhält und Klassenräume benötigt, die bis zu 40 Schüler/innen Platz bietet. Neben den anderen Überraschungen für Delfs & Co. muss man sich doch fragen, was die eigentlich so tun, während sie sich doch seit Monaten mit dem Umzug hätten befassen sollen. Aber mich kann das nicht überraschen. Während des Gymnasiumneubaus wurde deren schulischer Neubauausschuss nur ein einziges Mal zum Sonderausschuss Gymnasium vorgelassen und auch damals war man dort ganz fassungslos, welche schulischen Vorstellungen und Zwänge es gab, von denen man so gar keine Ahnung hatte. „Sie müssen das verzeihen“, sagte damals Eberhard Schröder, „aber wir sind ja nur Laien hier.“

Zurück zum Wackeln, Nicken und Schütteln. Auch wenn man jetzt den Verwaltungsvorschlag nicht beschloss, so beschloss man auch nicht gegen ihn. Vielmehr wurde gar kein Beschluss gefasst, denn nun muss man ja erst einmal die Grundlagen für einen verantwortungsvollen Beschluss sammeln! Danach wird die Kasse nicht voller und das grundsätzliche Problem nicht kleiner sein, dass man ein zu teures und vermutlich auch zu großes und ein zu kleines Gebäude hat. Außerdem haben wir ja noch das Fass ohne Boden, genannt PPP: Wer kann schon sagen, wann wir erneut Zig- und Hunderttausende benötigen, um simple Wasserschäden zu beheben? Und daher wird es wohl zu der jetzt aufgeschobenen Zusammenpferchung kommen. Oder es werden nach knapp 100 Jahren endlich die Grenzen der Physik neu vermessen. Zeit wird es.

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