Schwarzenbeker Impressionen

Meine Fragen an den Hauptausschuss

Wie bereits vor der Asien-Tournee unserer Schwarzenbeker Bigband, tagte auch im Anschluss der Heimliche Hauptausschuss. Der gemeine Bürger darf erneut nicht erfahren, was verhandelt wurde, aber der Herr Bürgerversteher Beckmann versicherte ungefragt,  dass es nichts gebe, worüber nicht alle Stadtverordnete nicht ausreichend informiert wären, jedenfals nicht, so weit er das sehen könne und das sei ja erfahrungsgemäß nicht sehr weit. Insofern müsse sich niemand beunruhigen oder gar übergangen fühlen, der nicht ohnehin nicht gefragt worden wäre, falls überhaupt. Er selbst fühle sich so weit eingebunden, wie er Herrn Ruppert trauen und Herrn Thiede verstehen könnte, wenn und soweit er das eben können müsste, falls das nicht von vorneherein ohnehin ausgeschlossen wäre.

Während ich also nach dem chinesischen Trommelfeuer nun erst einmal grünen Tee trinke und abwarte,  bis meine zahlreichen Fragen erneut ausweichend oder gar nicht beantwortet werden, nutze ich die Gelegenheit, den Hobel abzusetzen und ein paar Späne aufzulesen.

Der freundliche Fahrradhändler

Am gestrigen Sonntag wollte ich in Bergedorf ein Fahrrad für meine Tochter kaufen. Ein dortiger Filialist lockte mit Räumungsverkauf anlässlich Umbaus und 20 % Rabatt. Aber trotz zuvorkommender Bedienung, guter Auswahl und fairen Preisen fanden wir nicht das Richtige. Nun war in Schwarzenbek verkaufsoffener Sonntag, also versuchten wir es vor Ort. Und siehe da: wir wurden fündig und hatten am Ende sogar weniger ausgegeben, als geplant. Auch wenn die Auswahl kleiner war und insofern sicher auch der Zufall eine Rolle spielte, überzeugten Preis, Freundlichkeit und Kompetenz, es zukünftig zuerst in Schwarzenbek zu versuchen und erst dann fremdzugehen.

Die WVS macht sich verdient

Logo der WVS

Offen gestanden, habe ich vom gestrigen Motto des verkaufsoffenen Sonntags gar nichts mitbekommen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht am Amtsrichterhaus war. Dennoch ist die Wirtschaftliche Vereinigung Schwarzenbeks zu loben! Spätestens seit der Amtsübernahme von Frau Reinhold lockt man die Konsumenten mit ebenso einfallsreichen wie stimmungsvollen Aktionen zum Einkaufsbummel in die Stadt. In einer vergleichsweise unattraktiven Innenstadt ist das alles andere als selbstverständlich. Natürlich tut man solches auch zu eigenem Nutz und Frommen, aber was soll daran falsch sein?

Beispielhaft

Vor etwas mehr als 14 Tagen habe ich dem DRK u.a. ein Sitzmöbel gespendet und sah es kurz darauf unverhofft wieder: In der Zeitung wurde über die Eröffnung eines Rotkreuzmarktes berichtet und auf dem dazugehörigen Foto gruppierten sich die Held/innen des Alltags auf und um unseren ehemaligen Liegesessel. Nun war diese Spende nicht weiter erwähnenswert, denn obwohl neuwertig, war ich doch froh, das sperrige Teil los zu sein. Eindeutig uneigennützig dahingegen das Engagement des Teams um Margret Dieckmann und Ute Petersen. Wie gut, dass es noch Menschen gibt, die sich in so beispielhafter Manier für ihre Mitmenschen einsetzen.

Billy Graham im Schuhkarton?

Das Maschinengewehr Gottes

Ebenfalls wohltätig erschien mir immer die Aktion „Weihnachten im Schuhkrton“. Auch wenn ich die Sinnhaftigkeit vergleichbar billiger Weihnachtsgeschenke für Kinder in Notstandsgebieten bisweilen fraglich fand, so ist ja generell die Geste des Teilens und Schenkens zu begrüßen. Das fand wohl auch die Bergedorfer Zeitung und rührte, wie vermutlich andere vor und nach ihr, kräftig die Werbetrommel (die mangelhafte Trennung dieses Blattes zwischen Meinung und Artikel habe ich ja schon des öfteren kritisiert). Durch einen Leserbrief von Franziska Pohl wurde ich jetzt auf den missionarischen Hintergrund der Aktion aufmerksam. Danach werden eben nicht nur kleine Geschenke verteilt, sondern die Kinder auch zu missionieren versucht.

Auf der Internetseite des „Geschenke der Hoffnung e.V.“  wird zwar darauf hingewiesen, dass es die Geschenke auch ohne Gottesdienst und Fibelbibel gibt, ein Geschmäckle bleibt aber doch. Das verstärkt sich noch, wenn ich lese, dass die Zeitschrift, welche man herausgibt, „ihren Ursprung in der internationalen Arbeit des US-amerikanischen Predigers Billy Graham“ hat, auch bekannt als „das Maschinengewehr Gottes“. Egal, wie man nun zu den Evangelikalen steht, sollte man aber doch wissen, wer da alles mit im Schuhkarton steckt, da hat die Leserin recht. Die kritiklose Begeisterung ist ebenso fehl am Platz, wie die Zusammenarbeit mit Schulen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, Frau Pohl!

Ein steter Mahner und Warner

Ebenfalls immer aufmerksam am politischen und sonstigen Geschehen nimmt Eugen Prinz teil. Dadurch ist er nicht überall gleichmäßig beliebt. Bisweilen kann sein Redefluss auch anstrengend sein, das darf ich aus berufenem Munde sagen.  Nicht immer mag er den richtigen Ton und/oder das richtige Thema treffen, aber meistens eben doch! Und dabei tut er in bester mäeutischer Tradition nichts anderes, als Fragen zu stellen. So wie auch jetzt wieder zum geplanten Anfahren von Krümmel. Weil es Herrn Prinz häufig so ergeht, dass Politik und Verwaltung die Antwort schuldig bleiben und das Publikum obrigkeitshörig mit den Augen rollt, möchte ich ihm mit Konfuzius zurufen: „Wer die Dummen gegen sich hat, verdient Vertrauen“.  Bleiben Sie also bitte weiterhin unbequem!

Sie kann auch kritisch

Tatsächlich kann auch die Bergedorfer Zeitung unbequem werden! Eben noch willfähriger Kuli der Chinareise, setzt Herr Jürgensen in der Frage „Instandsetzung oder Ausbau“ der Straße Uhlenhorst eine spitzere Feder an. Jedenfalls übernimmt er die Fragen eines Herrn Lauter in den Artikel und wartet jetzt auch auf den 26. November (Termin der nächsten Stadtverordnetenversammlung mit Einwohnerfragestunde). Wie schön wäre es, lieber Herr Jürgensen, Sie würden auch andere Fragen derart transportieren!

Dumm gelaufen

Helmut Stolze

Zum Beispiel die Fragen der FDP nach der Sinnhaftigkeit von PPP-Finanzierungen. Am morgigen Dienstag um 19:00 Uhr veranstaltet diese mit einem mehr oder weniger prominenten PPP-Kritiker im Hotel Schröder eine Info-Veranstaltung zu eben diesem Thema. Zwar möchte man dabei nicht nach hinten schauen – warum eigentlich nicht? – aber vielleicht kann deren Fraktionsvorsitzender Helmut Stolze bei dieser Gelegenheit meine  diesbezüglichen Fragen an die letzte Stadtverordnetenversammlung beantworten (siehe Nr. 4 + 5).

Selbst wenn man aber nur weitere selbstmörderische Finanzierungen dieser Art verhinderte, wäre Schwarzenbek auch ein Dienst getan. Es soll ja Wahnsinnige geben, die noch immer PPP-Finanzierungen vorschlagen (siehe Schirmachers Antrag zur Innenstadtgestaltung). Schade nur, dass die Veranstaltung zeitgleich mit der Elefantenrunde der gemeinsamen Sitzung gleich dreier Ausschüsse kollidiert. Glaubt man Helmut Stolze, war der über den Termin nicht informiert, als er seine Veranstaltung plante. Darf man die Frage denken, ob es anders herum sehr wohl der Fall war?

 

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