Der C-Plan

oder „Die Legende von Außen-Hui Buh“

Eine Farce in vier Akten (chin. Version siehe hier)

1. Akt

Es gab einmal in China einen Mann,
der war sehr reich. Und dachte dann,
es gibt noch mehr auf dieser schönen Welt,
was er gern hätte: Noch mehr Geld.

Doch was der Mann ganz billig produziert,
ist nichts, was seine Brüder int’ressiert.
Die wollen teures Zeug vom Okzident,
der sie bislang vom Lifestyle trennt.

Wer kauft dem Mann nun seine Sachen ab?
Die Armen auch nicht. Viel zu knapp
ist deren Lohn. Sie brauchen Reis,
ihr Geld reicht bloß für dessen Preis.

2. Akt

Es gab einmal in Holstein eine Stadt,
die gab viel mehr aus, als sie hat.
Der Bürgermeister hat zu lang geglaubt
ans Werk, das dort erfolgreich schraubt.

Die machten zwar Gewinn, und nicht zu klein,
doch kann der Reibach noch viel größer sein,
wenn man die Arbeitskraft mit Reis bezahlt
(und damit nicht zuhause prahlt!).

Drum saß die Firma fett auch bald bei Buh.
Der schaut dem Treiben nicht lang zu,
verlangt, wer von den Knechten profitiert,
gefälligst auch die Herren schmiert.

3. Akt

Die Firma hat ein Grundstück in der Stadt,
wofür sie kein Gebrauch mehr hat,
seitdem sie in Fernost Maschinen baut.
„Wie wär’s“, denkt nun der Reiche laut,

„wenn ihr mir dieses Grundstück überlasst,
zum Sonderpreis?“ Die Firma sagt: „Das passt.
Doch hier in Deutschland, das ist unbequem,
benötigst du ’nen B-Plan, außerdem

hat China nicht den allerbesten Stand.“
Der Mann hat nachgedacht und fand
heraus: Weltweit eröffnet wunderbar
Geld jede Tür, ’s ist leider wahr.

4. Akt

Er sprach alsbald den Bürgermeister an
und beide schmiedeten den Plan:
Die Stadt tritt rechtlich als Vermittler auf
und dealt gewerblich den Verkauf.

So schließt man auf chinesisch den Vertrag;
das kann man übersetzen, wie man mag.
Die arme Stadt erhält die Provision,
so gut geschmiert läuft das dann schon.

Die Volksvertretung nickt und ist beglückt.
Die Presse folgsam, sie entrückt
den Kleinstadtchef zum Retter in der Not,
und Not kennt, sagt man, kein Gebot.

One Response to Der C-Plan

  1. Eckhard Schäfer says:

    Nach Durchsicht der bisherigen Presseveröffentlichungen komme ich zu der Erkenntnis, dass es sich bei der China-Mission um die erste unter dem Deckmantel von Wirtschaft und Politik langfristig vorbereitete chinesische Butterfahrt handelte. Eingefädelt vor 25 jahren von Dr. Tjan und Uwe Barschel, gesponsort von den lauenburgischen Steuerbütteln. Zu diesemErgebnis kann man gelangen, wenn man sich nur einige der Teilnehmer und ihre Motive vor Augen führt. Da ist zunächst der Ratzeburger Bürgermeister Voss mit Familie, ohne politischen Auftrag, frei nach dem Motto: „Mal sehen, was sich so ergibt.“ Andererseits ein 87-jähriger Schwarzenbeker Alt-Bürgervorsteher Grabbe, der eigentlich in Thailand noch mal die Puppen tanzen lassen wollte, sich aber dann doch für den Billiganbieter China-Tours Schwarzenbek entschied. Ach ja, dann glaubte ich meinen Augen nicht. Der Möllner Edel-Sozi und Altbürgermeister Engelmann auf einem bunten Chinareisen-Bilderreigen. Engelmann, der in der Vergangenheit für seine Selbstdarstellung auch schon mal Ernst Bloch bemühte, hätte ja nun wirklich ein Motiv gehabt. Überbringung von Blochs Botschaft -vom Verliebtsein ins Gelingen und nicht ins Scheitern- an die chinesischen Menschenrechtsspezialisten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: