Reich und Stadt der Mitte

Ein  „Gewinn für die ganze Region“ titelt die Ruppert’sche Privatpostille unkommentiert und ohne Fragezeichen! Die Hoffnungen und Behauptungen der Verwaltung werden ohne Hinterfragung übernommen und verkündet. Mit dem großen Foto eines relativ ansprechend gestalteten Portals eines Heimtextilien-Centers in Haimen wird die Leserschaft (bewusst?) in die Irre geführt. Es gibt ja bereits Pläne für das in Schwarzenbek vorgesehene Center. Warum wurden die Kiefaber-Pläne abgedruckt, die Zhu-Pläne aber nicht?

Hier kennt man die Areale auch nicht

Wie man berichtet habe, hätten Ruppert und Zhu vor elf Tagen „einen Vertrag über den Bau eines Großhandels- und Distributionszentrums für Heimtextilien“ unterschrieben. Nein, bislang war von einem Investitionsabkommen die Rede. Es hieß, gegen das unverbindliche Versprechen politischer Unterstützung versprach der Unternehmer ebenso unverbindlich, bis zu 50 Millionen in Schwarzenbek zu investieren. Von einem Vertrag, der bekanntlich beide Seiten zu Leistungen verpflichtet, war bislang keine Rede. Ebenso unbekannt war bislang, dass es sogar 2 mögliche Areale geben soll, mithin nicht nur das Grundstück der Firma Fette an der Grabauer Straße. Welches noch, bleibt natürlich wieder einmal geheim. Was für ein Vertrag ist das eigentlich, wenn nur feststeht, dass die Stadtverordneten einen Bebauungsplan beschließen „müssen“, das betreffende Grundstück aber noch unbekannt ist?

Wie auch immer, sollen dann unter dem Firmennamen ETC Waren „zum Kauf angeboten werden“. Das ist grundsätzlich wohl richtig, einen Satz weiter wird noch deutlicher, worum es geht: „In Schwarzenbek werden nur die Muster präsentiert, die Ware selber geht direkt über den Hamburger Hafen zum Kunden“. Das bedeutet, in Schwarzenbek werden meinetwegen gewaltige Umsätze getätigt, die jedoch von der Umsatzsteuer befreit sind. Die gewaltigen und ach so beeindruckenden Transaktionen finden ohne uns statt.

Wer könnte da widerstehen?

Ruppert hat sich also „vertraglich verpflichtet, möglichst schnell Baurecht zu schaffen“. Und dazu fragte ja nun ich, kraft welchen Beschlusses er solche Verpflichtung einging. Und siehe da, es gibt Antwort: Ruppert habe „sich vor der Reise noch die Zustimmung  des Hauptausschusses geholt“. Ist nun also endlich offiziell, was dieser Blog und viele andere Schwarzenbeker seit Jahr und Tag befürchten? Schwarzenbek wird gesetzwidrig vom permanent nicht-öffentlich tagenden Hauptausschuss regiert? Im Ältestenrat wird bereits ausgekobert, was dann im Hauptausschuss abgenickt wird? Die Wackeldackelversammlung aller Stadtverordneten ist nur noch Kasperletheater für den offiziellen Freibrief? Aber nicht doch! „Die Stadtverordnetenversammlung war frühzeitig eingebunden“, beruhigt Bürgervorsteher Beckmann, „bereits Ende 2008“ habe man Haimen besucht. Na, dann ist ja gut. Die Privatreise von ein paar Stadtverordneten mit ein paar unverbindlichen Freundschaftsbekundungen ersetzt natürlich locker einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Aber er hat ja recht. Die Beschlüsse werden ja auch nicht für voll genommen!

Und warum denen auch gar nichts anderes übrig bleibt, warum der Bürgermeister auch dieses Mal zuversichtlich ist, dass das eben so schnell gelingen wird wie bei anderen Investitionsvorhaben, sagt das amtliche Beweihräucherungsblatt auch: „Die 50-Millionen-Investition“ sei „einmalig für den Norden“. Deshalb und weil Käpten Iglo mit dabei war, erwartet auch die Allzweckwaffe Matthießen keine Probleme. Dessen weitere Begründung ist übrigens abenteuerlich: „“Gegen einen Einzelhandelsstandort in dieser Größenordnung“ hätte die Landesplanung sehr wohl etwas einzuwenden, aber hier „handelt es sich ja um Großhandel“. Nein, Herr Matthießen, um Außenhandel. Großhandel und Einzelhandel versprächen Schwarzenbek ja tatsächlich Steuerertrag. Das ist auch der Grund, warum Kleinstadtbürgermeister normalerweise nicht um den Globus jetten, um Geschäfte zu machen. Wenn aber die Stadtverordneten  jetzt noch dagegen votierten, würden sie von Ruppert & Co. und der bestellten Presse erst recht zu Provinzdeppen abgestempelt werden. Eine Entschuldigung kann das dennoch nicht sein, wenn man im Vorwege alle Entwicklungen verschläft.

Schlaft ruhig weiter, die Bergedorfer Zeitung hat bereits abschließend festgestellt, dass sich die Reise gelohnt hat. „300 Textilunternehmen“ werden „ihre Produkte anbieten“ und für diesen Zweck entstünden Jobs für „300 chinesische Textilmanager“ und „mehr als 1.000 weitere Arbeitsplätze für deutsche Fachkräfte“.  Nur damit das klar ist: . Das steht im redaktionellen Teil und nicht etwa als Zitat oder als Möglichkeit, nein, als Tatsache! Laut den Lübecker Nachrichten sollen bis zu 200 Einkäufer täglich nach Schwarzenbek kommen. Und für diese Einkäufer benötigt man also 1.300 Angestellte? Jeder potentielle Einkäufer wird pro Tag von mehr als 6 Angestellten exklusiv betreut? Unglaublich, dass die Chinesen ihre Ware dennoch so billig anbieten können!

Wenn schon andere unten liegen, fällt es sich leichter

Mittlerweile sind die Wolkenkuckucksheime vielleicht sogar Ruppert zu groß und am Ende möchte er nicht allein der Blamierte sein, denn nun möchte man „nicht allein die weiteren Verhandlungen führen“, da man „nicht in Stadtgrenzen“ denke. Es kommt hinzu, dass es für die Stadtverordneten noch unmöglicher  wird, sich zu verweigern, wenn nun schon im ganzen Kreis die China-Euphorie um sich greift. Drei mal so groß wie das Gymnasium soll das Traumschloss werden. Schon beim Gymnasium hieß es im Vorwege, wir würden dadurch reicher. Jetzt ist der Hype noch um ein Vielfaches größer…

…und wächst, da er u.a. so eifrig von den Bergedorfer Claqeuren gedüngt wird. Tausende von chinesischen Unternehmen stehen allein in Haimen in den Startlöchern und Abertausende weitere Menschenfreunde aus dem Reich der Mitte zieht es in die Stadt der Mitte. Aber keine Bange, die „wollen uns nicht überrennen“. Laut den LN denken das vielleicht viele Schwarzenbeker. Ich denke das nicht. Ich denke, die haben mit uns gar nichts am Hut. Die freuen sich, dass wir deren Geschäftsidee fördern. Danach wird die ETC ein Messegebäude errichten, in dem Hunderte von Firmen Ausstellungsräume anmieten können, um ihre Waren zu präsentieren. Dafür kassiert die ETC Miete. Ein Teil dieser Miete wird dann verwendet um Disponenten aus ganz Europa anzulocken, hierher- und unterzubringen. Das Hotel wird also weitgehend zum Selbstkostenpreis laufen. Etwaige Überschüsse aus Hotel (unwahrscheinlich) und Handelszentrum (sehr wahrscheinlich), werden gegen den Zinsaufwand gerechnet, denn auch Herr Zhu wird nicht so bescheuert sein, dass Objekt etwa nicht zu finanzieren. Die Gewerbesteuer, die man genauer Gewerbeertragssteuer nennen sollte, beschränkt sich also auf den überschüssigen Gewinn. Preisfrage: Was glauben Sie, wie dämlich Chinesen sind?

Nein, nicht die haben die Autobahnen gebaut, aber deren Eltern, denen sie bisweilen sogar weggenommen werden

Der Herr Thiede ist vom Erfolg überzeugt und alleine schon deshalb zuversichtlich, weil es Herr Zhu selbst war, der die Integration der neuen Mitbürger angesprochen hat. Tja, der kann sich halt auch nur schwer vorstellen, wie die Lohnsklaven aus der Diaspora in der Sonderwirtschaftszone Schwarzenbek angesiedelt werden sollen. Das Problem kennt der von zu Hause. Denn was glaubt die Schwarzenbeker Reisegruppe eigentlich, wer z.B. die „fünfstöckige Autobahn in Shanghai“ gebaut, wer die kilometerlangen Geranienblumenkästen entlang der Autobahn gepflanzt hat? Ich muss immer wieder fragen: Wie naiv muss man sein, um die Pyramiden zu bestaunen, ohne an die Opfer zu denken? Übrigens: „Autobahn“. Wer in Deutschland Autobahn sagt, muss immer gleich Hitler denken. Glückliches China!

Beeindruckend, zweifellos. Und ich weiß, dass die Arbeiter wohl keine Sklaven waren. Die 150 Millionen chinesischen Wanderarbeiter sind auch keine Sklaven.

8 Responses to Reich und Stadt der Mitte

  1. Eckhard Schäfer says:

    Bei aller Euphorie über den Schwarzenbeker China-Deal darf man nicht vergessen,dass chinesische Attitüden schon viel früher Einzug ins Herzogtum gehalten haben. Da ist zum einen ein lokales Parteiorgan mit der ihm eigenen Personenkult- und Propagandaberichterstattung, zum anderen der große Vorsitzende und sein Lauenburgischer Hausmeier. Beide touren durchs Land und nehmen marzialisch massenhafte Ehrungen vor, in krankhafter Gier, politisches Kapital herauszuschlagen; die Geehrten nicht viel mehr als chinesische Massenware, eben Mittel zum Zweck. Wenn nun aber jemand aus dem großen Volk den Hausmeier öffentlich der politisch-sozialen Kontrolle unterzieht, tritt der Chefredakteur der partei-chinesischen Wandzeitung auf den Plan und spricht von reflexartigen Angriffen auf den Hausmeier,die er nicht veröffentlichen will. Und außerdem könne er mit dem Zensurvorwurf gut leben. Das ist auch kompatibel, denn der große Vorsitzende und sein Hausmeier sind undemokratisch und aufgrund eines verfassungswidrigen Gesetzes in ihr Amt gelangt. Für den Kritiker wird zunächst die kleine chinesische Lösung, das Mundtotmachen, angestrebt. Hilft das alles nicht erfolgen weitere Schikanen unter Einschaltung von Partei-, Staats- und Verwaltungsapparaten mit dem Ziel der Umsiedlung. Warum in die Ferne schweifen, China liegt so nah?

    • Matthias Borchelt says:

      Ohne jetzt genau zu wissen, was Sie meinen (wen Sie meinen, ist schon klar), kann ich nur bestätigen, dass die chinesischen Machthaber von unser Parteiendemokratur durchaus lernen könnten, dass man auch ohne Genickschusspolitik ganz passabel machen kann, was man will. Wie sagte Erwin Pelzig jüngst in der Sendung „Neues aus der Anstalt: „Was ist der Unterschied zwischen einer Diktatur und einer Demokratie? In der Diktatur unterdrückt mich eine Macht, ich habe keine Wahl. In der Demokratie kann ich wählen, wer mich unterdrückt.“ Und selbst so eine Meinungsfreiheit ist nicht wirklich bedrohlich für den Apparat und das haben die in der Sendung ja auch thematisiert. Meine Überzeugung ist, dass wir ohne kritische, unabhängige Medien echt aufgeschmissen sind. Und diese Medien kann ich kaum noch entdecken.

  2. Eckhard Schäfer says:

    Für einen Außenstehenden ist das sicher auch nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar. Aber fast zwei Jahrzehnte schmuddeliger z. T. existenzieller Erfahrungen mit sogenannten Volksvertretern, Parteiapparat und Behörden lassen sich in einem satirischen Kommentar schwerlich zusammenfassen. Nun, was war mein Verbrechen? Ich habe es gewagt, bei einem Volksvertreter und seiner Entourage als unmittelbar Betroffener auf einer verhältnismäßig niederschwelligen Ebene rechtsstaatliche Maßstäbe anzulegen. In der Folgezeit wurde die Angelegenheit zur Machtfrage hochstilisiert und meiner Familie und mir deutlich gemacht, wie Rechtsstaat im Lauenburgischen und explizit in der Stadt Mölln funktioniert oder eben auch nicht funktioniert. Man weiß am Ende nicht was schlimmer ist, die Situation des Ausgeliefertseins oder dass dieser Rechtsstaat langsam den Bach runter geht. Wenn eine monopolistische Lokalzeitung solche Leute in einer Mixtur aus Bild-Zeitung und Bravo hofiert, huldigt und nach oben schreibt, anderen aber das Wort abschneidet, können Würgereize nur die logische Folge sein.

    • Der China-Deal ist schon eine merkwürdige Sache.
      Und findet in der Öffentlichkeit irgenwie gar nicht statt.
      Jedenfalls wenn man normale Schwarzenbeker Bürger fragt.
      China? Ach ja, da hingen mal Banner, keine Ahnung….
      Aufbruchstimmung sehe ich nirgendwo.
      angesichts der zu erwartenden Millionen müßte die Wirschaft
      sich um jeden qm reißen.
      Allerdings stehen viele Geschäfte in bester (für Schwarzenbek)
      Lage leer.
      Botschaft nicht angekommen?
      Ich bin nicht so involviert, da eher Möllner mit Schwarzenbeker
      Hintergrund, aber neugierig geworden bin ich doch.
      Muß schließlich ein gigantisches Unternehmen sein das sich hier
      ansiedelt.
      Gefunden habe ich außer den hiesigen Schlagzeilen- nichts!
      Zu gern hätte ich mir mal die Homepage dieses Unternehmens
      angeschaut.
      Oder zumindest, ob auch außerhalb des Kreises irgendjemand
      davon weiß.
      Und, ich bin ehrlich, ich habe sogar die chinesische Botschaft
      angeschrieben zwecks Informationen.
      Da kam aber (welche Überraschung) auch nichts zurück.
      Sollte es wider erwarten aber doch klappen, kann ich mich nicht
      ganz solidarisch mit ihnen erklären.
      Okay, steuermäßig mag nicht viel hängen bleiben.
      Auch mag die Zahl der zu erwartenden asiatischen Migranten und deren
      Gästen, also Vertretern nicht ganz stimmen.
      aber ein paar würden ja doch kommen, und das dies nichts bringt sei mal
      dahingestellt.
      Denn die werden ihre Brötchen (oder was auch immer) auch irgendwo
      kaufen, Kleidung, na was man so braucht eben.
      Für den Einzelhändler vor Ort ist das dann schon was, und sei es er verkauft
      20 „Peking aktuell“.
      Natürlich werden die das nicht in Schwarzenbek kaufen sondern im Umland
      da Schwarzenbek weder Zentrum noch sonst eine Struktur hat.
      Aber immerhin…..

      • Matthias Borchelt says:

        Vielen Dank für Ihren Kommentar!

        Ich gebe Ihnen vollkommen recht, dass so ziemlich jede Ansiedlung von Firmen willkommen sein sollte, nicht nur weil Kleinvieh eben auch Mist macht. Darum geht es mir auch gar nicht. Ich habe zwei Kernprobleme damit, wenn Sie so wollen:

        1.) Eine Verwaltung, die sich derart für einen Investor einsetzt und sich mit ihm gleich macht, verliert die erforderliche Distanz. Einerseits ist ja gar nicht zu erklären, warum man nicht auch zum Beispiel um Herrn Kiefaber oder andere Investoren so einen Tanz macht, andererseits wird man auch für etwaige Verfehlungen des Investors angeprangert werden: Mitgefangen, mitgehangen. Wenn ich derart massiv die Werbetrommel für einen Investor rühre, der in China Milliardensummen bewegt, dann sollte ich mir klar machen, dass dieser Mann einhundertprozentig regimekonform sein muss. Und solange ich noch nicht einmal weiß, wie z.B. die Waren hergestellt werden, sollte ich mich mit meiner kritiklosen Begeisterung etwas zurückhalten. Und die Frage ist noch immer unbeantwortet: Kraft welchen und wessen Beschlusses wurde ein Partnerschaftsvertrag geschlossen?
        2.) Sehr viel wichtiger ist jedoch die zweite Seite. Es ist eine Sache, chinesische Loblieder zu singen, eine ganz andere ist es, Geldzahlungen zu empfangen, um „Wege zu ebnen“. Der Bürgermeister hat sich laut Pressemeldungen verpflichtet, „Baurecht zu schaffen“ und sein Interesse daran dürfte um so größer sein, falls für den Grundstücksdeal tatsächlich Provision in die Kassen einer städtischen Gesellschaft fließen sollte. Und auch hier die Frage: Kraft welchen und wessen Beschlusses wurde das Investitionsabkommen geschlossen, ist die Stadt Verpflichtungen gegenüber dem Investor eingegangen?

        In Schwarzenbek und nicht nur in Schwarzenbek wird seit jeher gemauschelt und gekungelt, was das Zeug hält. Es ist aber nur wenige Monate her, dass man sich angeblich reumütig zeigte, erneut Geld ausgab für Teamsitzungen und entsprechende Trainer sowie eine Werbekampagne, die mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung versprach. Alles Lüge, wenn Sie mich fragen.

  3. Hallo Matthias,
    (sage ich jetzt einfach mal so…)
    wie gesagt, kenne mich mit den örtlichen Politikschranzen nicht so aus,
    aber vermutlich will man eben Weltpolitik machen und wo ein Westerwelle
    seine, äh seinen Partner etwas bevorzugt, aber natürlich auch andere, da
    will man halt auch mal was von seinem aufreibenden Job für die Allgemeinheit
    etwas haben…
    Ich gestehe ich habe das mit den Sitzungsgeldern schon nicht durchschaut,
    geschweige denn diese Proportionen…..
    Und natürlich, Menschenrechtler werden bestimmt nicht nach Schwarzenbek
    kommen, das ist aber wieder ein ganz anderer Aspekt.
    Und eine Chance, wie ich denke.
    Bisher war China weit weg- jetzt vor der Haustür und die Hersteller etwas unter
    Druck und Erklärungsnot.
    die Politiker natürlich nicht.
    aber der Bürger der den „Manager“ aus China im Restaurant trifft wird vielleicht mal
    fragen warum die Figur im Ü-Ei giftig ist.
    Vielleicht ergeben sich sogar Freundschaften, und es werden Menschenrechtsfragen
    angesprochen.
    Mit Türzuschlagen und „Ihr seid alle böse“ werden wir nichts erreichen.
    Völkerverständigung von unten, nicht politisch verordnet, da sehe ich eine Chance.

    Sollte aber der ganze Deal platzen- und eigentlich erwarte ich das- werden einige in
    Erklärungsnot kommen.
    Und vielleicht endlich mal Köpfe rollen.
    Es gibt aber ein gewaltiges Problem, und das sind die Bürger.
    Warum etwas transparent machen wenn Transparenz anscheinend nicht gewünscht
    oder gefordert wird?
    Wo kein Kläger…..
    Eine kritische Presse oder ähnliches gibt es nicht.
    Was ich immer geahnt habe, bin ja in S-bek aufgewachsen, wird immer gewisser,
    Schwarzenbek gibts eigentlich gar nicht. 😉
    Da ist eine Kreuzung neben einer Brücke und das wars.
    Verwaltet von irgendwelchen Unbekannten im Elfenbeinturm (Welcher Durchschnittsbürger
    weiß schon wer Bürgermeister ist??)
    Geschweige denn wie gesagt, interessiert sich irgendeiner für Politik.
    Scheint aber wohl auch gewollt.
    Na schauen wir mal was kommt, vor 2012 solls ja nicht richtig losgehen aber da geht die
    Welt ja eh unter, hoffentlich gibts da keinen Zusammenhang 😀

    • Matthias Borchelt says:

      Hallo Stefan,

      ich bin mir zwar nicht sicher, ob sich die zwischenmenschlichen Kontakte so ergeben, aber grundsätzlich gebe ich dir vollkommen recht. Bei 1,5 Milliarden Chinesen von „ihr seid alle böse“ zu reden wäre ja nun auch wirklich schwachsinnig. Nein, „die Chinesen“ sind genauso böse oder eben nicht wie „die Deutschen“. Du wirst mir aber sicher recht geben, dass man nicht gerne die Katze im Sack kauft. Und solange ich von schlimmster Ausbeutung, skandalösen sozialen Verhältnissen, Unterdrückung der Massen und vieltausendfacher Hinrichtung in China lesen muss, so lange bin ich eben vorsichtig und zurückhaltend und möchte tatsächlich den Menschen fragen, wie er dazu steht, bevor ich ihn herze und umarme und zum Partner und Freund erkläre. Und dass mein Misstrauen bei einem Milliarden schweren Unternehmer größer ist, als bei einem armen Kuli, ist doch auch naheliegend.

      Was das Problem der Bürger angeht, so ist sicher zutreffend, dass nur ein Bruchteil von sich aus interessiert ist. Aber auch in Schwarzenbek mit seinen nur 15.000 Einwohnern gibt es ganz sicher 15 bis 20 % Bürgerinnen und Bürger, die sich mobilisieren ließen. Als es damals um den Neubau des Gymnasiums ging, hat der Bürgerverein 2.000 Unterschriften vorlegen können. Das finde ich nicht so schlecht. Wenn die Zeitungen besser berichteten und bisweilen auch kritischer nachfragten, wäre das Interesse (und der Unmut) in der Stadt sicher auch größer. Insofern bin ich ziemlich sicher, dass „der Bürger“ so dumm und uninteressiert ist, wie er gehalten wird. Und daher ist natürlich auch so ein Blog letztendlich nur der Versuch, die Leute aufzurütteln und zur Bildung einer eigenen Meinung anzuregen (die meiner ja nicht entsprechen muss).

  4. Stimme dir bei allem zu.
    Momentan weiß ich auch nicht recht,
    ich bin dabei ein Stadtportal für Schwarzenbek
    zu machen, auch und vor allem zu dem Thema,
    sozusagen als Brücke zwischen Chinesen und
    Schwarzenbekern.
    Aber wie ich das angehen soll….
    Man ist wirklich hin und hergerissen.
    Einerseits die wirtschaftlichen Punkte, und sollte
    es klappen sind 1000 Arbeitsplätze nicht übel,
    selbst wenn letzlich es nur 200 werden.
    Aber als Humanist darf man natürlich die Menschenrechte
    auch nicht vergessen….
    Wie ich das alles unterbringe weiß ich auch noch nicht.

    Zum „dummhalten“, ja finde klasse das es deinen Blog
    gibt, bin ich auch nur durch die Recherche zum Thema drauf
    gekommen.
    Aufklärung tut not.
    Werde das weiter verfolgen, was mit der ehemaligen
    Realschule passiert interessiert mich auch, bin ich
    dort zur Schule gegangen.
    Viel Glück und Mut weiterhin, ist nicht immer einfach, ich kenne
    das gegen den Strom schwimmen.

    Einen schönen Abend!

    Stefan

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