„Weltniveau“

Über den Wolken... na ja, nicht ganz

„Die übertreiben es“, entfuhr es einem Radfahrer, als er am Freitag Morgen auf dem Weg zum Bahnhof durch eine Absperrung der früheren Dr.-Brucklacher-Straße aufgehalten wurde. „Aber hallo!“, dachte ich grimmig, während ich diese Absperrung aus dem Weg räumte. Der Dank einer weiteren freundlichen Pendlerin besänftigte mich in meinem gerechten Zorn und so strebte ich voran, mein Tagwerk außerhalb Schwarzenbeks zu verrichten und erst abends in meine Schlafstadt zurückzukehren. So reicht es für mich und wären alle wie ich, dann wäre Schwarzenbek wohl die traurigste und langweiligste Kuhblöke weit und breit.

Von den Sporthallen...

Gut, dass es nicht so ist und gut, dass von denjenigen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, viele auch etwas für die Stadt bewirken. Natürlich sind allen voran die vielen ehrenamtlichen, uneigennützigen Mitmenschen zu nennen, die in Wohlfahrts- und Hilfsorganisationen sowie in Sport- und Kulturvereinen tätig sind. Aber wer sagt denn, dass nicht auch die eigennützigen Aktionen der Stadt eindeutig Lebensqualität und Attraktivität geben. Die Wirtschaftliche Vereinigung hat das in den letzten Jahren unter dem Vorsitz von Andrea Reinhold eindeutig geleistet und wenn ich auch nicht zwingend Zielperson für die ganzen Aktivitäten bin, so sind die eben doch so zahlreich wie gut frequentiert und von einer breiten Mehrheit auch goutiert. Das ist gut für die ansässigen Gewerbetreibenden und gut für die Menschen hier. Leider trafen die umtriebigen WVS’ler in der Vergangenheit nicht immer auf einen gnädigen Wettergott.

...über die Parkplätze...

Das war am Wochenende der diesjährigen WVS-Messe anders und das war verdient. Bei strahlendem Wetter präsentierten sich sehr viele heimische und regionale Aussteller auf einer Messe, die sich sehen lassen konnte. Das hatte aber auch gar nichts Provinzielles mehr, sondern war ebenso professionell wie up-to-date. Nun habe ich wirklich gar nichts gegen kleinstädtischen Charme, und der entwickelte sich ja auch zwangsläufig an den Ständen und in den Gesprächen. Nicht zuletzt die launige Tombola am frühen Sonntag Abend im Forum des Gymnasiums bot davon etwas, was eine großstädtische Messe eben nicht haben kann. Und so verband sich geglückt eine freundliche, geradezu nachbarliche Stimmung mit einer sehenswerten „Leistungsschau der heimischen Wirtschaftskraft“, wie die Zeitungen das nennen.

...bis zum Gymnasium

Nach meinem sonntäglichen Besuch merkte ich zu spät, dass ich darüber gerne ein paar Zeilen verfassen würde und mein dürftiges Fotomaterial der Messe keineswegs gerecht würde. Es fehlen also nicht nur die Inhalte der Hallen, die Draufschau ist ebenfalls schlecht gemacht und kann nur einen Bruchteil der Attraktivität vermitteln. Und auch wenn mir bewusst ist, dass der ganze Stolz und auch dieser Artikel ein wenig des damaligen DDR-Stolzes angesichts eigenen „Weltniveaus“ hat, so sei es darum. Ich fände gut und wichtig, wenn dieser Stolz ein Gegengewicht darstellte zu den vermeintlich „vollen Händen“ mit denen der Bürgermeister aus China zurückkehrt. Es wird nicht so sein, dass es nicht auch in der regionalen Wirtschaft kritisierenswerte Umstände gibt, aber Hinrichtungen, Folter und Unterdrückung gehören nicht dazu.

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