Marcus und die Königin von Saba

Upps, nicht den falschen abknallen!

Wie gut, dass unser neuer Messias in der Sonderwirtschaftszone wohnt. Ein Glück, dass China, welches, wie Herr Jürgensen von der Bergedorfer Zeitung glaubhaft zu berichten weiß, noch immer von der Kommunistischen Partei regiert wird, wie weiland unser Vaterland in zwei Teile gespalten ist: Hie das gute, weiße China, mit Herren wie Außen Hui an der Spitze, die 50 Melonen wie Kleingeld investieren können und milliardenschwer privat ganz aufgeschlossen über Sklavenarbeit reden. Und hüben das böse, rote China, welches so freundlich lächelnde Menschen wie Xiaobo oder Jiaobao oder so wegen Worten ins Genick schießt.

Das Goldene Kalb

„Bescheidenheit“, so schreibt Embedded Jürgensen, Bescheidenheit sei angebracht und es ist durchaus nicht eindeutig, worauf er abzielt. Demut und Schnauze-Halten wegen der wie ein Wurstzipfel vorm hechelnden Wolf wedelnden 50 Millionen und/oder ehrfürchtiges, religiös anmutendes Staunen vor den milliardenschweren Kommerzpyramiden des neuen Sonnengottes Zhu? So wie der mittelalterliche Mensch aus seiner Bauernkate in gebückter Haltung in die Himmel stürmenden, wuchtig-gotischen Kathedralen schlich und wusste, wo Gott wohnt, so steht der kleine Marcus im Reich der Mitte mit aufgerissenen Augen vor den Fantastilliarden des Hai-Man Zhu und kann den Kiefer nicht geschlossen halten.

...sein Hohepriester

„Mann, Jürgensen, mach den Kopp zu, dir brennt doch der Helm!“, möchte man ihm zurufen. Worauf gründet denn der Reichtum deines vermeintlichen König Midas? Ein Kriegsgewinnler ist der Mann, ein Profiteur des Jahrzehnte langen Krieges eben der Kommunistischen Partei gegen das eigene Volk. „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ wissen wir spätestens seit Adorno und wenn Sie in dieser Woche die Große Mauer besuchen, achten Sie doch mal darauf, ob die wirklich um die Sonderwirtschaftszonen herum gebaut wurde. Selbst wenn, wie hoch müsste sie wohl sein, damit man das eine vom andern so leicht trennen könnte, wie Sie sich das machen wollen?

...und sein bescheidener Jünger

Nach dieser Masche argumentierten übrigens auch die Flicks & Co. und mir kommt das Gruseln, wenn ich in der angeblich freien Presse einen derart unkritischen Beitrag lese. Wessen Geld würden Sie denn für inakzeptabel halten, wo verläuft die Grenze? Anders gefragt: Wie viel Geld muss im Beutel klingeln, damit Sie so bescheiden bleiben? Gut, Deutschland ist sich noch nie zu fein gewesen, auch mit den übelsten Typen Geschäfte zu machen und deutsche Waffen gehen – mindestens indirekt – überall hin. Aber müssen Sie das auch noch beweihräuchern und die Leserschaft zu so bescheidenem Denken animieren.

Ach, Sie müssen? Und Sie handeln als Lohnschreiber nur auf Befehl? Ich habe so etwas befürchtet.

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