Heute schreiben wir an Frau Nowacki

Allerdings möchte ich voranstellen, dass sich das Gelbe Blatt, welches hier ja auch entsprechend schlecht weggekommen ist, erstaunlich gemausert hat und nicht zuletzt dank Frau Nowacki zwar noch nicht, wie es sich selbst bewirbt, zu einer Alternative zu den Tageszeitungen geworden ist, aber doch zu einer unverzichtbaren Ergänzung. Natürlich erfolgen die Artikel immer noch selektiv und scheint auch Frau Nowacki nicht frei von Zwängen zu sein, aber im Gegensatz zu den Wohlfühlartikeln der Bergedorfer Zeitung besticht sie meist durch einen detailgetreuen und durchaus kritischen Blick. Kurz und krumm: Wenn ich heute meinen Fisch in das Blättchen wickele, habe ich es mindestens vorher gelesen und der Fisch verdirbt auch nicht mehr.

Der ehemals tote Fisch zappelt wieder

Liebe Frau Nowacki,

1/3 der Zeit verschlossen, 2/3 geöffnet zur Ansicht geschlossener Türen

Ihr Aufruf zur Mitmenschlichkeit auch in der hitzigsten Debatte in allen Ehren. Offensichtlich dauerte Sie der weinende Herr Delfs und auch das ehrt Sie. Wenn Sie jedoch so besonders die Ehrenamtlichkeit betonen und dann auch noch dazu aufrufen, die geschlossenen Türen künftig noch besser zu schließen, muss man Ihnen einfach widersprechen.

Einerseits erhalten unsere ehrenamtlichen Politiker/innen Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder (Die Aufstellungen datieren aus 2009.  Das Aufwandskonto ist mittlerweile von 80.000 auf über 90.000 € angewachsen und wer weiß, was noch dazukommt?) in einem Ausmaß, welches den Kreis von einem Selbstbedienungsladen in Schwarzenbek sprechen lässt und andererseits sind trotz der heiligen Transparenz- und Beteiligungsversprechen die Türen so schalldicht verschlossen, dass die Bürgerinnen und Bürger ohnehin nur noch die Showeinlagen vorgeführt bekommen. Eine echte Beteiligung findet nicht statt und die vielbeschworene Transparenz ist in Wahrheit blickdicht.

Immer schön Schokoladenseite

Was die Menschlichkeit angeht, mag ja sein, dass die Ohnmacht Herrn Delfs an der Unterschrift hinderte. Allerdings konnte er später aus dem Krankenhaus heraus fernmündlich in die Abläufe der Sitzung vom 9. Juli eingreifen und, kaum aus dem Krankenhaus entlassen, die Öffentlichkeit so schamlos zu täuschen versuchen, dass die an dieser Stelle nur noch laut auflachen konnte. Seinen Kollegen Beckmann haute er dabei mitleidlos in die Pfanne und äußerte wider besseres Wissen, der habe die Abstimmung durchführen lassen, als seine Fraktionskollegen noch berieten. Und das war ja beileibe nicht das erste und ganz sicher auch nicht das letzte Mal, dass Herr Delfs die Wahrheit frisierte, damit hauptsächlich er gut dabei aussieht.

Wird auch diesen Müll nicht lesen

Zu dieser Fassade gehört dann auch, immer wieder öffentlich zu jammern, wie lange er schon ehrenamtlich arbeitet und wie wenig es ihm gedankt wird. Diese larmoyanten Momente sollten jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass auch ein begossener Pudel ordentlich bellen kann und seinem Kollegen Moldenhauer dabei in nichts nachsteht. Und dabei wird keine Rücksicht genommen, ob man nun die Zuhörer, die anwesenden Pressevertreter oder die Kolleg/innen anranzt. Zur Not bekommen auch Bürgermeister und Bürgervorsteher ihr Fett weg. Ich habe Sitzungen erlebt, bei denen die beiden eher an Halbstarke erinnerten, als an schutzbedürftige Sensibelchen.

Der Satz stammt zwar nicht von Herrn Delfs, wurde aber auch schon von ihm gehört: Wem es in der Küche zu heiß ist, der sollte nicht Koch werden. Und in seine Richtung mehren sich ja auch die Stoßseufzer nicht nur in der Bevölkerung, dass er doch bitte gerne die Küche verlassen darf. Seine Suppen sind nicht nur abgestanden, sondern zudem versalzen.

Insofern nichts für ungut Frau Nowacki, die Herren verdienen weder Ihr Mitgefühl, noch benötigen Sie Ihren Schutz. Weltmeister im Austeilen, aber nur Kreismeister im Einstecken, das geht nicht zusammen.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Borchelt

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