Fernost in Nordost

Nachdem die Bergedorfer Zeitung die Online-Artikel hin und wieder nicht zum Kommentieren freigibt und Leserbriefe auch nur sehr selektiv abdruckt, antworte ich dem Lokalredakteur ersatzweise hier:

Wie wäre das: Einen Tag Recherche statt Paste & Copy aus Rupperts Pressemappe?

Lieber Herr Huhndorf,

wie wäre es, wenn ich Ihnen eine Bahnfahrt nach Berlin spendierte? Dann könnten Sie für einen Tag Ihre ermüdende Berichterstattung vom Hofe Ruppert unterbrechen und in den dort vielfach vorkommenden asiatischen Handelszentren recherchieren. Wieder zurück würden endlich auch einmal Sie selbst das Titelblatt zieren:

Mjam, lecker Fischmarkt Schanghai

Und dann berichteten Sie, welche fernöstlichen Unternehmen dort bauten und wie viele Arbeitsplätze für Chinesen, Vietnamesen und Inder entstanden sind. Auch wäre für Ihre Leser/innen sicher interessant, welche Bereicherung die dort angesiedelten Filialisten, Niedrigstpreisläden und Fastfoodrestaurants darstellen. Schließlich sollten Sie noch einen Abstecher in die Rathäuser machen, um dort die gewaltigen Steuerertragsberge zu besichtigen, die sich direkt neben den Schluchten der weggebrochenen Einnahmen auftürmten.

Weitblick sieht anders aus!

Für manchen vermutlich wirklich überraschend, haben alle diese Zentren nicht wirklich zusätzliche Nachfrage und das dafür erforderliche Kleingeld kreiert, sondern lediglich die vorhandene Kaufkraft anderweitig abgeschöpft und die entsprechenden Anbieter örtlich gebündelt. Das sorgte jeweils für eine Verarmung der sonstigen Gewerbegebiete und einen gewissen Geldabfluss in Richtung Fernost.

Aber wen das überraschte, der hält eben auch für Weitblick, mit großen Augen nach Haimen zu schielen, anstatt mit klarem Blick z.B. in die nahe gelegene Hauptstadt zu erkennen, dass in diesen Zentren eben nicht das große Heil liegt, schon gar nicht für eine Kleinstadt wie Schwarzenbek. Und was das Tor zu Europa angeht, lieber Herr Huhndorf, wie viele soll es denn davon geben, wenn es allein in Berlin schon eine ganze Hand voll gibt? Doch, doch, das kann die  Zeitung gerne in der  Zeitung nachlesen.

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