Wie eine Bombe…

Die Bombe der LL

…schlug laut Bergedorfer Zeitung die Nachricht ein, dass Kiefaber nun doch bauen darf. Selbst der unbedarfte Leser stutzt und denkt: „Zement mal, damit hatten wir doch jetzt gerechnet!?“ Tatsächlich ist es doch unschöne Übung, dass eine Abstimmung einfach so oft wiederholt wird, bis man das gewünschte Ergebnis hat. Nachdem sich am 9. Juli die vier traurigen Helden der CDU in bewährter konservativer Tradition verdünnisierten, als es gefährlich wurde, war man doch allgemein davon ausgegangen, dass Admiral Delfs seine Süßwassermatrosen dieses Mal an Bord behalten würde. Der eigentliche Skandal, die Wiederholung ein- und derselben Abstimmung, kam in den Zeitungen kaum oder eigentlich gar nicht vor. Warum also diese Bombe, Herr Huhndorf?

E.Schröder

Um diesen Antrag der CDU geht es und die eigentliche Bombe war ja am 9. Juli geplatzt. Wir erinnern uns, dass es in nicht-öffentlicher Sitzung während der Beratungen zu einer Erkenntnis gekommen sein muss, die es keiner/m einzigen CDU-Abgeordneten ermöglichte für den Verkauf zu stimmen. Jennrich und Kranacher stimmten dagegen, Beckmann enthielt sich und die Quadriga der vollen Hosen (Moldenhauer, Krispin, Wladow, Wähling) zog Fahnenflucht der Verantwortung vor. Ich habe übrigens in der Stadt nachgefragt, wann die Bussgeldbescheide erfolgen: Die Teilnahme an den Sitzungen ist Pflicht, das unentschuldigte Fernbleiben ist eine Ordnungswidrigkeit. Gerüchten zufolge soll Eberhard Schröder von der FWS den Exodus ausgelöst haben. Leider wird es aber wohl ein Geheimnis bleiben, welche Katze er aus dem Sack holte, um die Mäuslein laufen zu lassen.

H.-J.Delfs

Nun war Delfs am gestrigen Abend wieder auf dem Damm und hatte geschickterweise durch internes Intrigieren dafür gesorgt, dass die einzigen CDU-Stadtverordneten, die bis dato ihren eigenen Arsch in der Hose trugen, nun ihrerseits erkrankten. Bedauerlicherweise rannten deren Kolleg/innen gestern nicht aus dem Sitzungssaal, sondern hatten wundersamerweise frischen Mut gefasst und konnten nun allesamt für den Verkauf stimmen, der ihnen 6 Wochen zuvor noch so einen Schrecken eingejagt hatte. Und dabei gehe ich fest davon aus, dass nicht ein Komma weder an dem Antrag, noch an dem Verkaufsvertrag verändert wurde! Ich bin deshalb so sicher, weil die im Antrag der CDU genannte Anlage offenbar gar nicht erst mitgeliefert wurde. Eben dass hatte der gewiefte Taktiker Schröder am Morgen der Sitzung mit diesem Antrag moniert und auf diese Art versucht, die Abstimmung zu verhindern.

Es wurde aber doch abgestimmt. Und das kann doch nur bedeuten, dass die Anlage als bekannt vorausgesetzt werden durfte, da es sich um eben den Vertrag handelte, der bereits am 9. Juli verhandelt und abgelehnt wurde. Und nun wurde er mit 11 zu 9 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Ironie des Schicksals: Die beiden Christdemokraten, die zuvor als einzige Farbe bekannten und dagegen stimmten, haben durch ihr Fehlen jetzt indirekt für die Annahme des Antrags gesorgt. Aber was soll man machen, wenn man aus gesundheitlichen Gründen ausfällt? Was sagen Sie? Die Sitzung verschieben? Na, das wäre wohl noch schöner. Die hatte man ja gerade erst von Freitag auf Donnerstag verschoben, weil der Herr Moldenhauer am Freitag Geburtstag hatte. Wie sagt man? Herzlichen Glückwunsch? Oder doch besser: Honi soit qui mal y pense!

One Response to Wie eine Bombe…

  1. Ruben Ballutschinski says:

    Das erinnert mich an den Protest gegen Stuttgart 21. Ich muss gestehen, dass ich verunsichert war, ob des langen Marsches durch die Instanzen rechtstaatlicher und demokratischer Entscheidungsinstanzen, die jenes Projekt erfolgreich durchlaufen hat. Wäre ich Investor, wäre ich ob der jetzigen Entwicklung reichlich angepisst. Aus diesem Grunde – vermutlich – verteidigte auch Herr Ramsauer Stuttgart 21 kürzlich als Musterbeispiel rechtstaatlicher Entscheidungsfindung und zeihte die, die sich erst nach dem Beschluss beschwerten. Ja, er sah den Rechtstaat in Gefahr, wenn geschlossene und korrekt zustande gekommene Verträge wieder gebrochen werden. Und da hat er ja auch recht: pacta sunt servanda.
    Leider gilt aber dieser eherne Spruch, ohne den sich kein Geld verdienen ließe, nicht unbedingt für die Wankelmütigkeit politischer Kaufleute, egal welcher Couleur. Wenn ich böse bin, behaupte ich nach dem Genuß dieses Artikels, dass Herr Grube in Schwarzenbek Schwarzenbek21 für vergleichsweise 9,50 € hätte bekommen können, aber Bahnhofsnutten in Schwaben sind zwar kostspieliger, aber versprechen anscheinend mehr Langzeitspaß. O.K. das ist natürlich Blödsinn.
    Eine Entscheidung ist eine Entscheidung ist eine Entscheidung, ist eine Unterschrift unter einen Vertrag. Die Politik, die Politiker in Ehrenämtern, sind auf solidem Fundament gebaut und nicht korrupt wie der VW Konzern zu Zeiten Peter Hartz und Schwarzenbek ist mit Sicherheit auch ein Musterdorf von Rechtstaatlichkeit, Unabhängigkeit, Unbestechlichket und Papa Ramsauer ein Wohlgefallen.

    Nicht auszudenken, wenn Schwarzenbek, so verfilzt wäre, wie es hier beschrieben wird, gar ein tausendfaches pars pro toto ist? Wieviele Gemeinden von dieser Größe gibt es in Deutschland? Da wirkt Stuttgart schon wieder überschaubar und der Zorn des Kahnimperators Grube: Man möge doch bitte die Fresse halten, wenn sich Demokraten verabredet hätten, auch schon wieder nachvollziehbarer. Das rührt wahrscheinlich von seiner, Grubes, erlebten Alltagskultur her? Aber wie auch immer: die beschriebenen Ereignissen in diesem Blog müssen entweder erlogen oder absolut nicht repräsentativ sein. Ansonsten müsste in jeder Komune ein Schwabenstreich passieren. Passiert aber nicht. Also ist auch nix von wahr, also kann man weiter abstimmen bis der Arzt kommt. Gute Besserung.

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