Feigheit, Lügen und Schmierentheater

Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung liegt mir jetzt vor. Nachdem sich genügend Stadtverordnete öffentlich erklärten, kann das Ergebnis nur wie folgt lauten:

Falls doch noch etwas nicht stimmen sollte, beschweren Sie sich bitte bei den Stadtverordneten. Man hat zwar schon häufiger gehört, dass Politiker es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, aber daran gewöhnen werde auch ich mich nie. Die Lügen des Herrn Schirmacher habe ich ja schon hin und wieder überführt. Bei anderen weiß man zwar, dass sie lügen, hat aber leider den Beweis nicht in der Hand und kann dann nur wie folgt formulieren:

Ich befürchte, der Herr Delfs hat bewusst die Unwahrheit formuliert, als er die Vermutung äußerte, einige in seiner Fraktion hätten mit verdeckten Karten gespielt. Ich befürchte, darüber hinaus hat er gelogen, als er sich das Abstimmungsergebnis gar nicht erklären konnte und das mit seiner Fraktion besprechen wollte. Des weiteren steht zu befürchten, dass er voller Absicht gelogen hat, als er die Vermutung äußerte, Herr Beckmann habe die Abstimmung durchgeführt, als sich ein Teil seiner Fraktion noch beraten habe.

Warum bin ich so furchtsam? Nun, es geht die Kunde, dass sich die vier Desperados der CDU zwar bei Herrn Beckmann abmeldeten, sich dann aber nicht untereinander berieten, sondern via Mobiltelefon die Order des großen Vorsitzenden einholten. Wer weiß, wie ergeben diese vier traurigen Helden ihrem Führer folgen, kann sich das auch ohne weiteres vorstellen. Wenn das also so war, dann war die Order klar: Draußen bleiben! Egal, ob die verbliebenen Stadtverordneten das Risiko eingingen, den Vertrag trotzdem durchzuwinken oder mit ebenfalls vollen Hosen abzulehnen, man selbst wäre nicht beteiligt.

Wer erinnert sich nicht an seine Tränen, als das Schwimmbad geschlossen werden musste?

Wie gesagt: Wenn da etwas dran ist, dann hätte Herr Delfs in der Folge die Öffentlichkeit mehrfach bewusst wahrheitswidrig getäuscht. Dann hätte er ganz genau gewusst, dass Herr Beckmann keinen Fehler machte. Er hätte gewusst, dass kein Fraktionsmitglied der CDU mit verdeckten Karten gespielt hatte. Und er hätte auch keineswegs überrascht und unwissend gewesen sein können, jedenfalls nicht mehr am Sonntag, als er in der Podiumsdiskussion diese Aussagen tätigte. In der Zeitung war zu lesen, dass die Zuhörerschaft laut lachte, als er die Nummer mit der Beratung brachte. Und sehen Sie, das meine ich damit, wenn man zwar weiß, dass jemand lügt, es aber nicht auch gleich beweisen kann. Schade nur, dass nicht sofort jemand nachhakte.

Wie man hört, sollen sich die Herren Beckmann und Delfs nach der Sitzung dann auch kräftig die Meinung gesagt haben. Ich bin aber auch sicher, die bestritten das, wenn man sie fragte.

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