Duisburg ist überall

Logo der Loveparade

Keine Sorge, ich werde hier jetzt weder der allfälligen Betroffenheitsbesoffenheit, noch Frau Herrman das Wort reden. Auch werde ich nicht als 10-millionster Twitterer den Rücktritt des OB oder die Enteignung des Veranstalters fordern. Ich bin gerade nicht der Meinung, dass sich man sich binnen fünf Minuten positionieren muss. Außerdem verbieten sich alleine schon aus versicherungstechnischen Gründen verfrühte Schuldanerkenntnisse. Ob man sich allerdings vorsorglich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben muss, steht auf einem anderen Blatt. Die Pietät allein geböte, was wahre Betroffenheit auszeichnet: Schweigen.

Ratsfrau Elke Patz

Geschwiegen haben im Vorfeld leider auch andere und über die möchte ich kurz etwas schreiben. Wenn ich nämlich jetzt die Ratsfrau Patz durchs Fernsehen tingeln sehe, wie sie genüsslich verbreitet, was für ein selbstherrlicher und pflichtvergessener Patron der Duisburger OB ist, dann kann die mir nicht im Geringsten imponieren. Kritischen Fragen soll er ausgewichen sein, die Frager lächerlich gemacht haben. „Ganz allein sein Ding“, soll die Loveparade und natürlich jetzt auch die Verantwortung dafür sein.

Mag alles sein, liebe Frau Patz, aber ganz allein sein Ding ist es dennoch nie. Warum lassen Sie denn zu, dass der Mann sich wie ein mittelalterlicher Gutsherr aufführt? Wenn ich richtig zähle, besteht der Rat der Stadt Duisburg aus 74 Ratsfrauen und Ratsherren. Dass der OB von der CDU ist, muss wohl daran liegen, dass das Mitte-Links-Spektrum sich nicht einigen kann, denn SPD (30 Ratsmitglieder), Grüne (6) und Linke (6) verfügten über eine satte Mehrheit! Frau Patz ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Mitglied in Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss und was weiß ich in wie vielen Gremien noch.

Stadtratswahl Duisburg

Wie muss man sich das also vorstellen? In welchen Sitzungen und Gremien führte der OB sich wie Duisburgs König auf? Und warum entfacht solches nicht einen Sturm der Entrüstung? Nein, Frau Patz, ich lehne das ab. Schlimm genug, dass sich in Klein-Kleckersdorf und in Schwarzenbek die Bürgermeister mit fragwürdigen Eilentscheidungen und Alleingängen und die Bürgervorsteher sich mit dem Abwürgen unbequemer Fragen und Fragesteller durchsetzen können, aber sowohl dort, als erst recht in der Halbmillionenstadt an der Ruhr, müssen sich alle Ratsmitglieder der Verantwortung stellen und die Frage beantworten, warum sie undemokratische Vorgänge und Verhaltensweisen tolerieren.

Kann es nicht sein, dass auch die Gegner des Großwesirs von eigenen Gnaden nach Dortmund 2008 die Loveparade ganz gerne auch an der Wedau sehen wollten und sich damit begnügten, vermeintlich nicht verantwortlich zu sein? Ich möchte jedenfalls moralisch nicht in Ihrer Haut stecken müssen, Frau Patz. Aber Sie scheint das ja nicht sonderlich zu kratzen.

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