Avanti dilettanti!

Karsten Beckmann

In der Bergedorfer Zeitung ist heute ein interessantes Interview mit dem Bürgervorsteher Karsten Beckmann abgedruckt. Noch am Sonntag wunderte ich mich, warum offenbar niemand bei der Podiumsdiskussion auf die harsche Kritik des Herrn Delfs an seinem Parteifreund reagierte. Immerhin hieß es dort, die Abstimmung wäre gelaufen, als Teile der CDU-Fraktion sich noch berieten!

Paul Gauguin: Eva, hör nicht auf ...

Und auf den Vorschlag des Bürgermeisters, die Abstimmung einfach kurzfristig zu wiederholen, wurde den Zeitungen zufolge auch nicht skeptisch reagiert. Beides holte die Bergedorfer jetzt nach. Und siehe da: Der Bürgervorsteher bestreitet die Darstellung des CDU-Fraktionsvorsitzenden. Spricht also einer von beiden die Unwahrheit?

Aus der ebenfalls spannenden Frage, ob man eine Abstimmung – innerhalb derselben Legislaturperiode einfach wiederholen kann – laviert der Bürgervorsteher sich heraus: Die Grünen hätten ja wohl irgendwie zusätzliche Anträge eingebracht. Hmm, mal abwarten, was da kommt. Ich erinnere, dass man über die Kürzung der Diäten bislang nicht wieder abstimmte, da man das ja bereits im Februar 2009 – selbstverständlich ablehnend – getan hatte. Honi soit qui mal y pense.

Mich würde jetzt ein Interview mit Herrn Delfs interessieren. Mal sehen, ob das nun genau so gut funktioniert und in den nächsten Tagen Antworten auf folgende oder ähnliche Fragen zu erwarten sind:

Caligula

Incitatus

  • Hat er etwa bewusst die Unwahrheit gesagt, als er behauptete, es sei abgestimmt worden, als sich vier seiner Fraktionskollegen angeblich noch berieten?
  • Welche Entschuldigung hatten die Abgeordneten, dass sie die Sitzung verließen? Gemäß Ortsrecht sind sie verpflichtet, an den Sitzungen teilzunehmen.
  • Wer sind die vier, die laut Herrn Delfs gleichzeitig „nicht mit offenen Karten spielten“ und „größeren Schaden verhindern“ wollten? Wie geht das zusammen? Welches Spiel wird hier eigentlich nach wessen Spielregeln gespielt?
  • Obwohl doch „eigentlich alles klar“ war, meinte er in der Podiumsdiskussion, „wir“ müssten überlegen, „was wir wirklich wollen“. Wie offen sind seine eigenen Karten?
  • Wird er den Wunsch des Bürgermeisters nach einer schnellen Wiederholung unterstützen und dann für den Verkauf an Kiefaber stimmen?

Wir erinnern uns: Die CDU wollte das Ensemble abreißen und einen Parkplatz errichten lassen. Wären dabei etwaige Altlasten aufgetaucht, hätten die zu Lasten der Stadt saniert werden müssen. Anschließend hätte ein potentieller Investor ein leeres, saniertes Baugrundstück mitten in der Stadt erwerben können. Hat man dafür einen Interessenten?

Verhüllte "Schwätzer"

In den vergangenen Wochen war Herr Delfs auf einmal für einen Verkauf an Kiefaber, nachdem der sogar Änderungen zugunsten der Stadt zugestimmt hatte, was Herrn Delfs „positiv überraschte“. Oder fiel es ihm einfach nur zunehmend schwerer, öffentlich gegen einen Verkauf an Herrn Kiefaber zu sein.

Aber was ist mit ihm selbst? Ist er nun dafür oder dagegen?  Wie wäre es denn, er sagte einfach mal gerade heraus, ehrlich und öffentlich, was er „eigentlich“ und „wirklich“ will?  Die vier von den LN so genannten „Abweichler“ mögen feige sein, aber wie ist dann das Lavieren von Herrn Delfs zu nennen?

Die heimliche SPD-Fraktionsvorsitzende Francke meint, alle Stadtverordneten der CDU sollten komplett zurücktreten. Ich bin der Ansicht, mit Herrn Delfs wäre ein guter Anfang gemacht.

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