Heckenschützen

Was für ein Feigling muss man sein, um aus der Anonymität heraus jemanden zu verleumden, darauf angesprochen aber, jegliche Verantwortung zu bestreiten? Und wenn die Tatsache der üblen Nachrede irgendwann nicht mehr zu leugnen ist, seine eigene Verantwortlichkeit quasi abschwächen zu wollen, weil man aus einer Guppe heraus gehandelt hätte. Das ist so abstoßend, dass das deutsche Wort „Rotte“ für eine Gruppe, die solcherlei Verhalten in ihr und aus ihr heraus duldet, mir sehr angemessen erscheint.

Jedem von uns begegnet das leider immer wieder aber nicht immer von Personen und/oder Institutionen, von denen man das erwartet. Ich musste das in Schwarzenbek nun zum zweiten Mal erleben: Beim ersten Mal mobbte man mich am Gymnasium am Alten Friedhof erfolgreich erst aus dem Amt des Schulelternbeiratsvorsitzenden, dann auch komplett aus dem Haus; nun war es das Gelbe Blatt, welches mittels eines ehrenrührigen Artikels mich derart in die Nähe eines „Rotten Neighbour“ rückte, dass sie mich auch direkt und bei meinem Namen so hätten nennen können. Aber dafür war man offenbar zu feige.

Und daher kann es auch nicht überraschen, dass der Kurt-Viebranz-Verlag meinen Leserbrief in der Sache – trotz vorheriger großer Töne – nicht abdruckte. Ich veröffentliche den also hier, quasi als offenen Leserbrief zum Artikel „Vom Bloggen, Anprangern und seltsamen Nachbarn“ im S.A. vom 16.09.2008:

Sehr geehrte/r „cw“,

Sie sprechen in Ihrem Artikel zunächst von mittelalterlichen Prangern, dann von echten und vermeintlichen, in den USA angeprangerten Kinderschändern, um schließlich zu einer der scheußlichsten Seiten des World-Wide-Web zu gelangen, auf der feige und hinterhältig jede beliebige Verleumdung nicht nur geäußert, sondern auch noch per Satellitenbild der Weg zum Verleumdeten gewiesen wird. Und Sie entblöden sich nicht und zitieren sogar noch solchen Dreck und geben dezidierte Hinweise, wie man eine derart verleumdete Person auch in Schwarzenbek finden könne. Ich fürchte,  das ist an Primitivität kaum mehr zu unterbieten. Wozu tun Sie das alles? Nur um auf mich und meinen Blog zu sprechen zu kommen? Damit Sie mich in dem Umfeld präsentieren, in dem Sie mich darzustellen gedenken? In einem Atemzug mit Barbaren und Kinderschändern, Verleumdern, Denunzianten und „rotten neighbours“? Hielten Sie das also für angemessen?

Ihre Unterstellungen sind haltlos. Sie behaupten, ich bliebe halb anonym. Was wünschen Sie denn noch, außer meinem Namen und meiner Anschrift? Ihr eigenes Blatt hat mich sogar schon zu einem Artikel anrufen können. Wie anonym ist also „halb anonym“, Herr oder Frau „cw“? Dann zeihen Sie mich des Dilettantismus und wissen Sie, damit kann ich sogar leben. Ein Dilettant bemüht sich wenigstens, gewissen Ansprüchen gerecht zu werden. „Mangels kritikwürdiger Schwarzenbeker Vorfälle“, so führen Sie weiter aus, beleuchtete ich lediglich in primitiver Art und Weise die Artikel der heimischen Presse und Ihres Werbeblättchens und gäbe, einem trotzigen Kinde gleich, ausschließlich Widerworte zum Besten.

Damit treffen Sie sich doch selbst. Welchen Beruf meinen Sie auszuüben, wenn Sie in Schwarzenbek keinerlei kritikwürdige Vorfälle kennen? Wie gleichgeschaltet wünschen Sie sich die öffentliche bzw. die veröffentlichte Meinung, wenn Sie andere Meinungen lediglich als Geplärr eines trotzigen Kleinkindes abqualifizieren? Plärren Sie denn wegen meines Blogs nicht selbst? Toppen Sie das alles nicht noch, wenn Sie abschließend die Meinungs- und Pressefreiheit bedauern, weil die bedeute, dass auch jeder Dummbeutel seine Meinung sagen dürfe? Ich fürchte, da sägen Sie am eigenen Ast.

Sehe ich das übrigens richtig, dass Sie öffentlich den Eindruck  erwecken, als beginge ich in meinem Blog Straftaten gemäß § 187 StGB („unwahre Tatsachenbehauptungen“) und nicht einmal erwähnen, was ich Unwahres von mir gegeben haben soll? Wären Sie so nicht selbst ein „rotten neighbour“? Ich kann den Unterschied jedenfalls nicht erkennen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Matthias Borchelt

Mittlerweile weiß ich zwar aufgrund eigener Recherche, wer sich hinter dem Kürzel „cw“ verbirgt (in diesem Fall vermutlich wortwörtlich zu verstehen), aber ganz offensichtlich möchte man den Artikel als Meinung des Gelben Blattes verstanden wissen. Ich habe das verstanden und bedauere jedes Unternehmen, welches in diesem widerwärtigen Organ Werbung schaltet. Vielleicht sollte man dann auch gleich auf rotten-neighbours Werbung machen.

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