Leser schreiben – Zeitungen antworten

Ich erzählte hier im Blog ja bereits die Geschichte, dass ich einer Zeitung schrieb und ein Redakteur dieser Zeitung mich dann anrief, weil ihm mein Brief nicht gefiel. So weit, so ungewöhnlich, wie ich fand. Nun aber passierte etwas noch Tolleres: Ein Leserbrief von mir an die Lauenburgische Landeszeitung begann in dieser Form:

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor Kurzem hat der Schul- und Kulturausschuss das fehlende Ganztagsangebot und die mangelhafte Versorgung durch die Mensa kritisiert. Darufhin meldeten sich Schulleitung und Elternbeirat im gelben Bezahlblättchen und wiesen beledigt die „gänzlich unberechtigte Kritik“ zurück.

Dieser Brief wurde am Freitag veröffentlicht und heute bekam ich einen Anruf von der Zeitung. Nein, nicht von der Lauenburgischen. Das Gelbe Blatt rief mich an und stellte fest, dass ihr diese Formulierung nicht behagte: Es klänge so negativ, was ich denn damit ausdrücken wolle? Och, meinte ich, dass man doch bezahlen müsse, um mit seiner Werbung in dem Blatt zu erscheinen. Ja, aber das sei doch überall so, dann sei ja jede Zeitung ein Bezahlblättchen. Und?

Es ging dann noch ein wenig weiter hin und her, aber das ist gar nicht so interessant. Ich finde einfach bemerkenswert, dass man Leserbriefe in anderen Zeitungen liest, sich die Telefonnummern der Leser besorgt, um die dann nicht etwa danach zu fragen, was ihnen denn an dem bemängelten Artikel nicht gefallen hat oder ob die etwas beizutragen hätten. Nein, nur um sich zu mopsen.  Was wollte die freundliche Dame denn erreichen?

Also ich denke, es ging ihr darum, dass ich ihr auch mal schreibe, denn als ich erwähnte, dass ich das bereits versucht, der Herr Viebranz mich aber zensiert hätte, da wirkte sie etwas betreten. Obwohl sie gleich darauf hinwies, dass jede Redaktion frei entscheide, ob sie einen Leserbrief abdrucke. Schon recht, meinte ich, darüber hätte ich mich auch gar nicht beklagt. Mir gefalle aber nun einmal ein Anzeigeblättchen nicht, das so tut, als ob es eine Zeitung wäre. Und wenn ich zwischen Werbung und angeblich redaktionellem Teil oft nicht unterscheiden kann, weil die Artikel so unkritisch wie oberflächlich sind, dann wäre mir der Preis zu hoch und wenn es mich nur ein müdes Arschbackenrunzeln kostete.

Nein, das Wort habe ich natürlich nicht benutzt. Dennoch blieb sie etwas unbefriedigt und das Gespräch verplätscherte dann auch irgendwie. Worum ging es gleich noch? Das Gelbe Blatt möchte nicht gerne Bezahlblättchen genannt werden? Schön, dass wir darüber geredt haben.

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