Eurovision

Wir sehen Sterne

Sie sehen Sterne?

Haben Sie gestern das amtliche Volksverdummungsblatt gelesen? Oder haben Sie nur wieder die bunten Bilder angeschaut? Sei es darum, selbst dann sind Sie über den Artikel gestolpert, der sich mit der neuen Zeitrechnung am Wilhelm-Fette-Gymnasium in der Dr.-Bruchmacher-Straße in Swattenbeek beschäftigt. Denn da ist ein kurioses Bildchen zu sehen. Im Gegensatz zu den sonstigen großformatig-farbenfrohen Abziehbildern der käsegelben Altpapiersammlung findet sich dort eine farblose, schräge, schlampig gearbeitete Fotomontage des Schildes im Eingangsbereich.

Fälschung

Fälschung

Original

Original

Nicht nur, dass das Machwerk den Vergleich mit dem Original natürlich verliert! Wie plump muss zudem dieser Versuch erscheinen, eine Leeranstalt als Europaschule betiteln zu wollen, die – wie zu befürchten ist – kein einziges Kriterium einer Europaschule erfüllt?

Muster ohne Wert

Muster ohne Wert

Das kann man auch nur wagen, weil dem Ministerium für Beschäftigungstherapie und Firlefanz (MBF) völlig Wurst zu sein scheint, ob man das erfüllt. Die schauen sich das seit Jahren an, unternehmen nichts und genehmigen statt dessen eine Ausnahme vom grundsätzlich vorgeschriebenen fremdsprachlichen Profil. Und auf den Hinweis, dass man schon froh wäre, wenn auch nur eines dieser Kriterien erfüllt würde, bekommt man als Antwort,

„dass es keinen Zwang für eine Europaschule gibt,(Achtung, jetzt kommt es: ) „alle Kriterien zu erfüllen. Das werden Sie bei keiner Europaschule vorfinden. Die Tatsache, dass Eltern und Schüler/innen sich dafür ausgesprochen haben, den Titel Europaschule behalten zu wollen, ist ein schönes Zeichen.“

Ja, sehr schön sogar. Das scheint ohnehin das Credo des Hauses zu sein: Wir nehmen den Willen für die Tat. Dreister geht es wohl kaum.

Schreibt man noch selbst oder bekommt man die Artikel frei Haus?

Doch, halt, das Gelbe Platt kann das toppen: Als Erste im Land habe die Schule Am Alten Friedhof der neuen Zeit Rechnung getragen. Das ist ebenso dumm, wie dreist gelogen. Dumm, weil natürlich auch eine Umstellung auf ein 90-Minuten-Modell oder die bewusste Beibehaltung der 45-Minuten-Einheiten eine Reaktion darstellt und noch völlig offen ist, ob es nicht am Ende die klügere ist. Dreist, weil man das Marion-Dönhoff-Gymnasium Mölln sogar erwähnt und die haben sich nun nachweislich eher entschieden.

Hannes Grobe - Lizenz siehe Link

Foto: Hannes Grobe - Lizenz siehe Link

Normalerweise wird Europa vom Bullen getragen, doch welche Ochsen tragen die Europaschulen?

Dreist auch der wiederkehrende Hinweis auf die paritätisch besetzte Schulkonferenz. Soweit bekannt, wurde innerhalb der Gremien Lehrer-Schüler-Eltern jeweils mehrheitlich für das 90-Minuten-Modell votiert. Die Schulkonferenz entschied dann in geheimer Abstimmung überraschend genau anders herum und die Schulleitung veröffentlichte die ohne Absegnung durch den Schulelternbeirat schwebend unwirksame Entscheidung als beschlossen und verkündet in der Presse. Frechheit siegt oder Lebendige Demokratie, raten Sie, welches dieser Konzepte von eben diesem höchsten Beschlussorgan als Schulprofil den Vorzug vor Europa erhielt und gewinnen Sie wahlweise  einen Schulkonferenzbeschluss oder ein Thesenpapier aus dem Ministerium.

Wer hat da gelacht?

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