Verwählt?

Oder nur kein Anschluss unter dieser Nummer?

Laut dem heutigem Artikel in der Lauenburgischen Landeszeitung möchte die FDP Schwarzenbek die Kommunalwahl erneut auszählen lassen (vermutlich nachdem man die von der Verwaltung veröffentlichte Auswertung aufmerksam studiert hat). Nicht nur, weil man nach 60 Jahren darauf gekommen ist, den Herrn d’Hondt dann doch irgendwie doof zu finden, sondern weil es…

a) einen Zeugen gäbe, der sowohl per Brief, als auch persönlich gewählt habe, oder einen gesehen hätte, der einen kennt, dem erzählt wurde, dass solcherlei jederzeit möglich sei und

b) es so viele Dämlackel doch gar nicht geben könne, die nicht einmal ein Kreuz machen könnten.

Das ist der Böse, den müssen Sie sich merken

Das ist der Böse, den müssen Sie sich merken

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn ausgerechnet die FDP, die seit Jahrzehnten vom Verhältniswahlrecht profitiert und die sich kommunal in der letzten Legislaturperiode selbst auflöste und unsichtbar wurde, sich nun gefühlte 2 Lichtjahre nach der Wahl beklagt. Abgesehen davon glaube ich sofort, dass es bei einem so massiven Anstieg des Erstwähleranteils zu einer relativen Häufung ungültiger Stimmzettel kommt (bitte achten Sie auf die effektiven Zahlen). Nicht, dass die es nicht besser könnten, sondern vielleicht nicht wollten? Ich hörte jedenfalls von einigen absichtlich ungültig gemachten Stimmzetteln. Und was die angebliche Doppelwahl angeht, möchte ich nicht wissen, wie viele doppelt wählen, wo die Wahlbenachrichtigungskarte den Personalausweis ersetzt.

Aufregen könnte ich mich vielleicht, wenn eine Partei direkten Einfluss auf solche Unregelmäßigkeiten oder gar Wahlhelfer genommen hätte. Dafür scheint es aber keine Zeugen zu geben. Und der Rest ist eine quantité négligeable: Wo alle Parteien zusammengenommen nicht einmal die Mehrheit der Wahlberechtigten hinter sich haben, ist die Stimmenverteilung völlig unerheblich. Niemand, keine Partei und kein Stadtverordneter wird in den kommenden 5 Jahren für die Mehrheit sprechen oder handeln. Das war in den letzten 5 Jahren auch nicht anders. Machen wir uns doch nichts vor: Spätestens wenn die Wahlbeteiligung unter 50 % absinkt, sind demokratische Wahlen nur noch Muster ohne Wert.

Herr Hoyer moniert die Verteilung, ich finde die letzte Zeile viel spannender

Herr Hoyer moniert die Verteilung, ich finde die letzte Zeile viel spannender

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