Das verflixte siebte Jahr

Ich lebe jetzt seit 13 Jahren in Schwarzenbek und genau so lange hatte ich Kinder an fünf verschiedenen Schulen unter 8 verschiedenen Schulleitern. Meine Familie erlebte zusammengenommen über 60 Schuljahre und lernte dabei die Arbeitsweise von Hunderten von Lehrerinnen und Lehrern kennen. Daran muss ich immer denken, wenn Lehrkräfte stoßseufzen, dass auch Ahnungslose (vulgo: Schüler und Eltern) in Schule hinein quatschen.

Schauen Sie sich dort mal um!

Schauen Sie sich dort mal um!

Ich mag keine Ahnung haben, aber ich weiß, was ich weiß. Und ich habe Augen im Kopf. Ich erkenne, ob ein Schulleiter sichtbar oder unsichtbar ist. Das können Sie aber auch. Wenn Sie in ein Schulgebäude kommen und direkt auf die Verwaltung stoßen und hinter den Glasscheiben nicht nur das Sekretariat, sondern auch den Schulleiter arbeiten sehen, dann ahnen Sie bereits, dass das Wort Transparenz an dieser Schule nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Und Sie vermuten vielleicht, dass sich die Leistung dieses Schulleiters sehen lassen kann; dass hier einer sitzt, der den Durchblick nicht nur haben will, sondern auch hat. Sie denken eventuell darüber nach, ob er auch sein (Selbst-)Bewusstsein veranschaulichen will, unter Beobachtung zu sein, ein quasi öffentliches Amt zu bekleiden.

Ehrlich, ich weiß nicht, ob der scheidende Schulleiter der Verbandsschule Nordost nun einsehbarer oder einsichtiger ist. Ich weiß aber, warum sein öffentliches Ansehen so hoch ist, obwohl er doch so kurz nur, viel zu kurz hier gewesen sein wird. Und das weiß jede/r, der/die sich umschaut. Und wer Kinder an der Schule hatte oder hat, der weiß das ohnehin. Nicht, dass ich nicht auch schon Eltern hörte, die sich über die Bestimmtheit des Schulleiters mokierten, vielleicht auch über seine gelegentliche Ungeduld. Aber ich kenne niemanden, der nicht sofort bestätigte, dass dieser Schulleiter ein klares pädagogisches Konzept, eine Vorstellung von Schule hat, Ideen und Ideale und sich mit aller Kraft für deren Umsetzung einsetzte.

Die GHS ist Referenzschule Offener Ganztag

Die GHS ist Referenzschule Offener Ganztag

Es ist also sehr schade, dass Michael Rebling Schwarzenbek verlässt. Ich kann nur hoffen, dass nicht etwa die Entscheidungen und das Gerangel um Regional- und/oder Gemeinschaftsschule einen Anteil haben, gehe aber klar davon aus, dass die Politik in diesen Fragen ganz eng mit den betroffenen Schulleitern zusammen arbeitete. Und daher muss man das wohl als persönliche Entscheidung akzeptieren und bedauern.

Nun geht er in die Schulaufsicht und ist doch viel zu schade dafür. Normalerweise – jedenfalls ist das der Standardschnack – gehen dort nur diejenigen hin, die nicht einmal zum Schulleiter taugten. Dieser Spruch zeigt uns aber lediglich, dass das Ansehen von Schulleitung und Schulaufsicht gleichermaßen schlecht ist, da man sich in solcherlei Ämtern auch prima verstecken kann. Nicht so Herr Rebling. Der hatte wie gesagt nicht nur eine Tür zu seinem Büro, sondern auch zu Herz und Verstand – das hat beileibe nicht jeder. Sehr betrüblich, dass er jetzt durch diese Tür geht; Schwarzenbek wird ihn sicher vermissen.

Möge der Schulleiterwahlausschuss das Sprichwort noch toppen, wonach aller guten Dinge drei sind, und auch beim vierten Mal in Folge ein glückliches Händchen haben!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: