Küssen & Kondome

Safer Sex: Ein Mitmach-Parcours am Gymnasium

Das ist nicht die Krawatte des Schulleiters

Das ist nicht die Krawatte des Schulleiters

Ich erinnere mich an eine Zeit, als den acht im letzten Jahrgang verbliebenen Debütanten des bilingualen Zweiges (BiLi) kurz vor dem Abitur der Geography-Kurs gestrichen wurde und das, nachdem man ihnen 8 Jahre lang die ihnen zustehenden Stunden vorenthalten hatte. Ich erinnere mich, dass im selben Jahr, wie in anderen Jahren auch, nicht einmal Französisch- oder Latein-Grundkurse eingerichtet wurden, weil 10 oder 11 Interessenten angeblich nicht ausreichten und für Huckepack-Kurse Fantasie und Wille fehlte. Ich erinnere mich, dass es auf die Dritte Fremdsprache „keinen Rechtsanspruch“ gab, obwohl die Schule eine ganze Planstelle für die Fremdsprachen-Differenzierung erhielt. Diese und viele ähnliche Erinnerungen gingen mir heute morgen durch den Kopf, als ich einen erneuten Jubelartikel über das Gymnasium am Alten Friedhof las.

Damals gab es das nicht. Kein Jahr ist es her, dass es hieß, niemand wolle ständig etwas über Schule lesen. Heute, nach dem Umzug in zu teuer erkaufte Räume, wird nahezu täglich berichtet. Und was für ein Glück für die Verantwortlichen: immer positiv!

Alles schmilzt nur so dahin

Alles schmilzt nur so dahin

Kein Wort über den Versuch, den BiLi-Ausschuss aufzulösen und darüber, dass es in 2 Jahren, wenn man sich erneut bewerben und qualifizieren muss, um die Stundengutschrift zu erhalten, diesen besonderen Zweig wohl nicht mehr geben wird (wollen wir wetten?). Kein Wort davon, dass man ein Fremdsprachenprofil angeblich nicht anbieten konnte, weil es wieder einmal nur 10 oder 11 Interessenten gab. Kein Wort davon, dass es allerdings in diesem Schuljahr einen 6-köpfigen Musik-Grundkurs gab, um diesen Betroffenen die Prüfung zu ermöglichen. Kein Wort davon, dass – vielleicht um so etwas zu vermeiden – künftig Musik und Kunst nicht mehr durchgängig angeboten werden, mithin auch nicht Prüfungsfächer sein können.

Dafür aber jede Menge Ringelpiez: Ob das nun die zwar löbliche, aber viel zu späte AIDS-Aufklärung oder ein nach eigener Definition traumhafter Rap-Workshop auf der Reeperbahn oder tanzende Negerpuppen in fragwürdigen Minstrel-Shows sind. Oder die Entdeckung der Langsamkeit auf der Suche nach der verlorenen Zeit, die man auch sogleich offiziell verkünden lässt, ohne erst  die rechtlich vorgeschriebene Zustimmung der Eltern abzuwarten.

Ist das die neue Bilingualität?

Ist das die neue Bilingualität?

Aber alles ist schön, jegliche Kritik entbehrt jeglicher Grundlage. Innerhalb von wenigen Wochen ist aus einer Schule, an der per definitionem Erdsiek-Rawe „etwas grundsätzlich nicht in Ordnung ist“, die modernste Schule Norddeutschlands geworden, u.A. mit 2 quasi ungenutzten, „unbezahlbaren“ Lernateliers und 2 quasi ungenutzten, klimatisierten Informatikräumen. Letztere sind vermutlich nicht nur die modernsten, sondern auch die teuersten Unterrichtsräume Norddeutschlands.

Aber solange nur die PR-Maschinerie rund läuft, ist alles gut. Und wem es nicht gefällt, der kann ja gehen. Das tun dann auch Einige und vielleicht ist das auch besser so. Denn an allen anderen Gymnasien im Kreis werden mehr Lehrer beschäftigt, als das Ministerium zuweist; nur in Schwarzenbek sogar einer weniger, als man dürfte. Und wie man auf diese Art die Stundentafel erfüllen und auch noch die ganzen hübschen AG’s anbieten soll (für die kein Unterricht ausfallen darf), das können weder die Kritiker, noch erfolgreich aus dem Amt gemobbte Elternbeiräte sagen. Von den ganzen Mätzchen ganz zu schweigen! Und worüber sollte die Lokalpresse dann berichten?

2 Responses to Küssen & Kondome

  1. Pedää says:

    Die Lernateliers sind nicht ungenutzt, wir sind fast jeden Tag in einem dieser Räume.

  2. Matthias Borchelt says:

    Ich weiß ich nicht wer „wir“ sind und was „wir“ dort machen. Machen wir dort irgend etwas, das wir nicht auch in jedem anderen größeren Raum machen könnten? Was ist mit den Smartboards? Werden die eingesetzt? Ich hörte davon bislang nichts. Ansonsten scheinen die Lernateliers ohnehin nicht ausgerüstet zu sein, was eine Nutzung als solche dann natürlich auch unmöglich machte. Kann das sein? Träfe dann nicht „quasi ungenutzt“ genau den Punkt?

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