Toter Fisch

The Yellow Fish

Nachdem mir gestern schon wieder ein fangfrischer Fisch auf dem Weg vom Markt nach Hause verdarb, musste ich doch einmal nachschauen, ob es vielleicht an der gelbstichigen Zeitung liegt, in die der Höker gewöhnlich seine Ware einschlägt. Und richtig: Was wie Käse riecht und aussieht, ist häufig auch solcher:

„Besonders überzeugend war das Auftreten der Schwarzenbeker Stadtverordneten bei der konstituierenden Sitzung am vergangenen Dienstag nach Meinung vieler Beobachter nicht gerade.“

Welche Beobachter gemeint sind, bleibt offen – die toten Fischaugen Schwarzenbeks? Eindeutig klar ist, warum dem Schreiber oder der Schreiberin die Überzeugung fehlt: Weil jetzt auf dem Rücken der Sachpolitik ausgetragen wird, dass keine Partei mehr die absolute Mehrheit hat. Hat man Blöderes schon gelesen?  Mein Fisch ganz offensichtlich nicht.

So ein Käse!Und dann zitiert man noch ein angebliches FWS-Vorstandsmitglied, wonach man erst zur Sachpolitik zurückkehren könne, wenn die CDU begriffen habe, dass sich etwas verändert hätte. Und schon wurde die Blödheit noch getoppt! Schade nur, dass mein schuppiger Freund das nicht mehr erleben durfte. Diese Aussage ist nun aber wirklich so selten dämlich, dass ich sie schlicht für erfunden halte:

  1. hat auf Antrag der FWS bereits in dieser konstituierenden Sitzung mit der Kündigung des Vertrages mit der Kulturstiftung Sachpolitik stattgefunden;
  2. hat sich für die CDU nichts verändert. 

Hat sich nicht? Nein, denn man war sich auch in den 5 Jahren zuvor der eigenen Mehrheit nicht sicher. Die Zerrissenheit dieser Fraktion zeigte sich ja nicht erst bei der Wahl des neuen Bürgervorstehers. Und in der SPD hat man zumeist einen willigen Partner gefunden. Das wird man jetzt wohl auch. Also bitte Butter bei die Fisch, liebes Käseblatt, denn eine Zeitung im presserechtlichen Sinn, die ihre Quellen geheim halten dürfte, bist du ja nicht. Bitte Namen nennen! Wer lässt solchen Unsinn dem Gehege seiner Zähne entfleuchen oder hast du am Ende deine eigene Kauleiste jemandem in den Zahnputzbecher geschmuggelt?

Und was ist eigentlich „normale Sachpolitik“? Wenn zwei oder drei Typen etwas ausbaldowern und das dann ohne nennenswerte Diskussion unter Fraktions- und Anpassungszwang durchwinken lassen? Oligarchie, Demokratur, Hinterzimmerpolitik, wäre das ein überzeugenderes Auftreten der Stadtverordneten?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: