Hauptsache harmonisch

Da gab es doch vor Kurzem einen Artikel in der Lauenburgischen Landeszeitung über die einhellige Kritik im Schul- und Kulturausschuss an der unumstößlichen Tatsache, dass man vier Jahre nach dem Beschluss für die Einrichtung der Offenen Ganztagsschule am Gymnasium Schwarzenbek noch immer keinen Plan hatte. In der selben Sitzung wurde auch das Angebot der neuen Mensa kritisiert, wonach die Portionen zu klein bemessen sein sollen.

Kurz darauf schauten uns drei Damen vom Schulelternbeirat und der Koordinator für schulfachliche Angelegenheiten aus dem Käseblatt mit traurigen Augen an und ließen erklären, dass die Kritik jeglicher Grundlage entbehre. Vorsichtshalber zählte man dann auch noch Kritik auf, die gar nicht geäußert wurde, man weiß ja nie wofür es gut ist. Das vermittelte Bild war jedenfalls eindeutig:

 Sperrt man sich selbst ein oder andere aus?Hie die geschlossenen Reihen, die die Fahne des Gymnasiums hoch halten, dort der böse Feind, die immer wieder gerne bemühten „gewissen Gruppen“, die die Schule von jeher schlecht machten.

Abgesehen davon, dass nur die Schulleitung und das Kollegium eine Schule schlecht machen können, ist vielleicht interessant, dass die auch in diesem Artikel bemühte Schulkonferenz, „das oberste Beschlussorgan der Schule“, die sehr wohl vorhandene, interne Kritik an dem kreisweit teuersten, zudem angeblich „mickrigen“ und teilweise „schlecht schmeckendem“ Angebot in einen Ausschuss delegierte, der doch gesprächsweise versuchen sollte, das Angebot zu verbessern, da man ja keinen wirklichen Einfluss darauf habe. Tja, dann war das ja vielleicht doch nicht so klug, dem Schulträger zu signalisieren, dass die Kritik unberechtigt sei.

Und in puncto Ganztag hat die Schulkonferenz den auf einer gerade beendeten Umfrage basierenden Wunschzettel für ein Ganztagsangebot für den/die erst noch einzustellende/n Ganztagskoordinator/in zurücklegen lassen. Damit der oder die dann in den schätzungsweise verbleibenden 14 Tagen bis zum Schuljahresbeginn ein entsprechendes Angebot realisiert? Schließlich hatte man sich gegen die böse Kritik gewehrt, dass man doch nicht mitten im Schuljahr und schon gar nicht vor dem Umzug hätte beginnen können. Auch nicht mit der Planung?

Nachdem nun also geklärt ist, dass die Kritik tatsächlich jeglicher Grundlage entbehrte, wird wohl auch zutreffen, dass man bezüglich der Nichterfüllung der Stundentafel im Toleranzbereich und im Kreisdurchschnitt liegt. Das ist um so erstaunlicher, als man im Gegensatz zu allen anderen Gymnasien im Kreis, die bis zu drei Lehrkräfte mehr beschäftigen, als sie nach Vorgabe des Ministerium sollten, in Schwarzenbek in diesem Schuljahr sogar eine Planstelle weniger besetzt, als man zugewiesen bekam. So ist das dann also, wenn man Schule gut macht.

Harmonische Farbenlehre

Zum guten Schluss der letzten Konferenz bedankte sich noch jemand für den harmonischen Verlauf. Denn aus dem Gleichklang der Gedanken und Gefühle (und nicht etwa aus dem Wettbewerb der Ideen) entsteht bekanntlich Fortschritt und lebt die Demokratie. Wie schön also, wenn alle gleich schalten und walten.

2 Responses to Hauptsache harmonisch

  1. Pedää says:

    Es gab einen Plan, allerdings konnte der angeblich in den Räumlichkeiten des alten Gymnasiums nicht umgesetzt werden.

  2. Matthias Borchelt says:

    Ich befürchte, dass es zu keiner Zeit einen ernsthaften Plan gab. Wie sollte es den auch in 2004 gegeben haben, als der Schulleiter die Neubaupläne noch nach eigenem, öffentlichen Bekenntnis als Schnapsidee ansah? Außerdem war dieses Konzept, welches Grundlage des damaligen Schulkonferenzbeschlusses war, lediglich zusammenkopiert und auch nach eigener Beurteilung bestenfalls „armselig“.

    Vermutlich dienten Beschluss und Konzept ohnehin nur dem Zweck, die zusätzlichen Fördermittel für den Ganztagsbetrieb zu erhalten. Jedenfalls wurde das damals so dargestellt. Nachdem der Antrag auf Anerkennung als Offene Ganztagsschule zunächst abgelehnt wurde, krähte auch kein Hahn mehr danach. Warum man aber auch nicht tätig wurde, als die Anerkennung dann doch erfolgte und das Bauvorhaben erkennbar in die Tat umgesetzt wurde, bleibt ein Rätsel. Noch heute hat man nicht mehr in der Hand, als Hausaufgabenbetreuung durch Mitschüler und die Fortsetzung der vorhandenen AG’s. Welcher Teil dieses revolutionären Mammutvorhabens etwa nicht schon an der Berliner Straße hätte umgesetzt werden können, bleibt jedoch auch unklar.

    Oder auch nicht, wenn man bedenkt, dass sich so recht zu keinem Zeitpunkt stark gemacht wurde, wofür die Schule sich zu gerne die Orden ans Revers heftet: Europaschule, Bilingualer Zweig und jetzt Ganztagsschule. Wenn ich überlege, mit welchem Einsatz GEGEN die berechtigten elternseitigen Forderungen gearbeitet wurde, welche Missstimmung und am Ende Blamage die Schulleitung hinzunehmen bereit war, dann weiß ich, mit welcher Verve man für seine Überzeugungen einstehen kann. Und daher bilde ich mir zu wissen ein, wovon man eben nicht überzeugt ist. Drei Mal dürfen Sie raten, lieber Pedää.

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