Müssen erst Kinder sterben?

 

Ich lese heute in der Zeitung, dass die FDP sich sorgt und frage mich natürlich sofort: Tun wir das nicht alle?

Anlässlich der Einweihung des Schulgebäudes dankte der Bürgermeister ausdrücklich auch den Kritikern, hätten diese doch dafür gesorgt, dass der Bau noch besser würde. Nun, zu den Punkten der Kritiker und Mahner hatte auch sehr frühzeitig (!) die Frage nach der Querung der Möllner Landstraße gehört. Damals wurden dem Schulelternbeirat folgende Zusagen gegeben:

Sind wir nicht alle ein bisschen besorgt?

  • Über die Finkhütte werde es keinen Zugang geben, dieser sei ausschließlich als Versorgungsweg gedacht, auch um den Zusammenprall zwischen fröhlich-lärmenden Schulkindern und Trauergesellschaften zu vermeiden.
  • Zwischen Friedhof und Amtsrichterhaus werde ein Weg errichtet und die vorhandene Ampelanlage dann an die Einmündung Fritz-Reuter-Straße versetzt, was unter Anderem endlich auch ein sichereres Linksabbiegen ermöglichte.

Dass der Bau pünktlich vor der Wahl beendet und abgenommen würde, dafür hat man in allergrößter Eile gesorgt (schauen Sie sich nur einmal den Parkettfußboden im Foyer an). Das war offenbar wichtiger, als ein sicherer Schulweg. Jetzt zählt man Schülerströme und muss noch einmal und einmal mehr die Situation begutachten.

Dafür war längst ausreichend Zeit! Wenn da nur ein Kind zu Schaden käme, sollte man die Verantwortlichen wegen grober Fahrlässigkeit zur Verantwortung ziehen! Die wild wechselnden Schülerströme verhalten sich lediglich wie ihre großen Vorbilder: Die im Verkehr erforderliche Sorgfalt wird gröblich außer Acht gelassen; es wird nicht beachtet, was unter den gegebenen Umständen jedem einleuchten müßte. Der Unterschied zu bedingtem Vorsatz besteht lediglich in der Hoffnung, dass es gut gehen möge. Was, wenn nicht?

Gefährlicher Schulweg!

Wenn die Unversehrtheit der Kinder tatsächlich „das höchste Gut“ wäre, wie der Bürgermeister in der letzten Einwohnerfragestunde behauptete, dann müsste er die Ordnungskräfte der Stadt vorrangig zur Sicherung mindestens dieses Schulweges einsetzen. Anderenfalls bliebe das nur ein besonders unappetitliches Lippenbekenntnis.

Wenn aber doch passieren sollte, was alle besorgt, dann möchte ich ich hinterher keine Krokodilstränen sehen. Die Wichtigkeiten und Wertigkeiten wurden eben anders gesetzt: Erst wird gebaut, dann wird gefragt. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

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