Böttel und Huhndorf befangen?

Hier kann man Herrn Boettel findenAls befangen bezeichnet man Personen, die in einer die Allgemeinheit betreffenden Frage nicht frei von persönlichen Interessen sind. Wenn also z.B. der Stadtverordnete Böttel von der Freien Wählergemeinschaft Schwarzenbek über die vorliegenden Schwimmbadpläne entscheidet, dann sollte das ohne Rücksicht auf eigene Interessen geschehen. Nun befürchtet er aber eine unerträgliche Verkehrsbelastung vor seiner höchsteigenen Haustür (siehe früheren Artikel) und würde nur deshalb offenbar gegen die Pläne stimmen. Jedenfalls ging er diesem Konflikt aus dem Weg, erklärte sich für befangen und verließ den Saal, als am vergangenen Freitag eine weitere Abstimmung in der Sache anstand.

Über das Floriansprinzip, welches eigentlich hinter einer solchen Attitüde steht, will ich jetzt nicht sprechen. Es wäre am Wähler, dem Herrn Böttel solche Konflikte in Zukunft zu ersparen. Ich werde ihn nicht wählen, denn wenn der Verkehr nur durch meine Straße ginge, hätte Herr Böttel damit ganz offensichtlich kein Problem. Und das finde ich nicht schön. Was hat das denn mit dem Gemeinwohl zu tun, dem die FWS verpflichtet ist?

Herr Huhndorf, ein angestellter Journalist der Lauenburgischen Landeszeitung, befindet sich eventuell auch in einem Konflikt. Wie anders ist sein wohlgefälliger Artikel in der heutigen Ausgabe zu verstehen? Lassen wir dabei einmal unberücksichtigt, dass so kurz vor der Wahl neben der wundersamen Fertigstellung des Gymnasiums gleich noch ein Schwimmbadprojekt aus der Baugrube springt und in rekordverdächtiger Zeit Da arbeitet Herr Huhndorfdurchgewunken werden soll. Dafür wäre ja wirklich so etwas wie Recherche erforderlich, ob dazu nicht mehr zu sagen wäre, als die platte Hofberichterstattung, die die LL hier fabriziert: An „keinem besseren Ort“ hätten die Politiker mit ihrem „Ja das Projekt vorangebracht“, als im Gymnasium, gehörte doch auch das zu den „richtungsweisende(n) Verträge(n)“, welche „landesweite Beachtung“ fänden. Hier gab es laut LL eine „breite Zustimmung“ durch ein „einstimmiges Ja“, zumindest sei „keiner der Politiker dagegen“ gewesen.

Wer nicht dabei war, gewinnt den Eindruck, als wäre das ein Moment höherer Weihe gewesen, wenn nicht mit gegenseitigen Treueschwüren und hochtrabenden Reden, so aber doch ernsten und ernsthaften Einvernehmens im Bewusstsein großer Bedeutung. Dabei wurde nur ganz schnell und pro forma und natürlich hinter verschlossenen Türen offiziell abgenickt, was ohne Nicken bereits vor der Wahl am 25. Mai dem Projekt den Garaus gemacht hätte. Und das will kein Politiker verantworten, das macht man dann nach der Wahl ebenfalls gemeinsam. Wollen wir wetten?

Abgesehen von dieser 5-minütigen Pflichtübung gab es am Freitag eine volle Stunde Gelegenheit, die zielsichere Planung und große Eintracht bei dem anderen großen Projekt zu bestaunen (siehe vorangegangener Artikel). Davon findet sich allerdings kein Wort bei Herrn Huhndorf. Warum war er überhaupt da? Warum hat er sich nicht für befangen erklärt und als Information abgeliefert, was die Stadt ihm nicht besser in den Block hätte diktieren können? Was Herr Huhndorf beschreibt, hat jedenfalls nichts mit dem Geschehen vor Ort zu tun.

Ein Redakteur ist ein journalistischer Mitarbeiter, der die zu verbreitenden Aussagen beschafft, auswählt, gestaltet und die Ereignisse im Rahmen gegebener Richtlinien kommentiert„, schreibt der Brockhaus. An welcher Stelle, liebe LL, wird aus der Nachricht die redigierte Verlautbarung? Kann es sein, dass nicht nur die „Kandidaten auf Schmusekurs steuern“, wie ein weiterer Artikel dieses Redakteurs auf der selben Seite titelt?

 

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