Ist der Neubau bereits ausgelastet?

Gestern Abend konnte man die Schwarzenbeker Milchmädchen wieder beim Rechnen beobachten. Anlässlich der letzten Einwohnerfragestunde vor der Wahl stellte ich dem Schwarzenbeker Chefkoch Charlie Delfs drei einfache Fragen:

  1. Wie rechtfertigt er 60 Mio. € Aufwand für ein vom Schulleiter ursprünglich als  „Schnapsidee“ bezeichnetes Projekt?
  2. Wie hoch war der Kostenanteil für den Ganztagsbereich und wie will er den Ganztagsbetrieb am Gym sicher stellen, um die Rückforderung der Mittel zu verhindern?
  3. Wie stand es um die Schulraumauslastung am Gymnasium in 2003 und wie heute?

Der Altbau

Bedauerlicherweise meinten auch alle Hilfsköche antworten zu müssen und redeten viel und lang, sagten aber nichts. Eine Auswahl (sinngemäße Wiedergabe – kein wörtliches Zitat):

Der Regierende Delfs:

  • ÖPP sei dem Standardverfahren überlegen, man baue schneller, schöner und billiger.
  • Bei den Kosten sei der Betrieb bereits eingerechnet, hätte man damals schon so gebaut, müsste man heute nicht für 9 Mio. € sanieren.
  • Die Verzögerung bei Ganztag läge wohl auch an der Elternvertretung, aber jetzt sei man feste am Arbeiten.
  • Hinsichtlich der Gewerbesteuern gäbe es gute Zuwachsraten.
  • Die Zahlen über die Auslastung habe er nicht im Kopf, aber immerhin sei man jetzt bei 169 Neuanmeldungen für das kommende Schuljahr und damit nur 3 Anmeldungen unter der Siebenzügigkeit.

Der Oppositionsführer Siepert:

  • Die CDU habe das Vorhaben nicht allein durchgesetzt.
  • Wer einmal in den Sonderausschuss geschaut habe, wisse, wie viel Arbeit man sich gemacht hätte.
  • Man dürfe auch nicht übersehen, wie viele Kinder von außerhalb das Gym besuchten.

Der Freie Wähler Schröder:

  • Der Erfolg hat viele Väter.
  • Die Finanzierung sei bis 2012 gesichert.
  • Man erinnere sich bitte an die Klassen, die keinen Raum gehabt hätten. So etwas wolle man nie wieder sehen.

Schließlich enterte Frau Franke, die Ortsvereinsvorsitzende der SPD, das Rednerpult mit der Bemerkung , dass bisher ja wohl niemand meine Fragen beantwortet hätte.  Oha, dachte ich, jetzt darf ich hoffen:

  • Das mit der Schnapsidee sei ein Missverständnis und sollte lediglich das ungläubige Staunen des Schulleiters verdeutlichen, der eben niemals mit einer solchen Wohltat gerechnet hätte.
  • Wenn die Schule die Räume nicht wirklich gebraucht hätte, dann hätte der Kreis die auch niemals gefördert.
  • Wenn sie heute von Schülern höre, wie schön die Schule sei, dann habe sich der Aufwand schon gelohnt.

Umsonst gehofft. Wer die Worthülsen nicht von allein erkennt, möge mir eine Mail senden. So wie man in der Einwohnerfragestunde die Antworten nicht zu bewerten hat, so will ich das auch hier nicht öffentlich tun. Lediglich eine Nachfrage ist gestattet und die hatte ich dann auch. Schließlich habe ich nie bezweifelt, dass man nicht auch langsamer, hässlicher und teurer hätte bauen können. Aber so sparen doch nur die Milchmädchen, wenn sie etwas Überflüssiges kaufen, das aber billiger, als vorher gedacht. Prima! Eine Schnapsidee bleibt dennoch eine Schnapsidee.

Bauteil A Erdgeschoss Bauteil A Obergeschoss 1 Bauteil A Obergeschoss 2

Da also keiner der Erfolgsväter die Zahlen kannte, lieferte ich sie nach: Die Schule hatte in 2003 genau 53 Unterrichtsräume mit einer Auslastung von 44 % (40-Stunden-Woche). Aktuell in 2008 werden an der Buschkoppel exakt 53 Unterrichtsräume mit einer Auslastung von 48 % genutzt. Vier weitere Räume werden dabei noch gar nicht frequentiert, senken den Auslastungsgrad aber auf 44 % und damit sind wir exakt auf dem Stand von 2003, welcher ganz dringend und unverzichtbar einen Neubau erforderte. Ich habe die Stadtverordnetenversammlung daher gefragt, wann man mit den Planungen für einen Neubau beginne.

Bauteil B Erdgeschoss Bauteil B Obergeschoss 1 

Wir können uns das unproblematisch leisten, schließlich werden wir mit jedem Bauvorhaben reicher, wenn wir nur ein paar Fördermittel bekommen. Und irgendein Topf lässt sich bestimmt noch angraben. Wen schert denn, dass der auch nur vom Steuerzahler gefüllt wird? 

Eine der Antworten bin ich übrigens noch schuldig. Der Herr Schirrmacher von der  Fraktionsgemeinschaft Bürger für Bürger/Die Grünen hat ein etwas anderes Statement abgegeben:

  • Durch das neue Gebäude habe sich an der inhaltlichen Situation für Schülerinnen und Schüler nichts geändert, da man dadurch weder anderen Unterricht, noch mehr und qualifiziertere Lehrer bekommen habe. Insofern stehe man immer noch da, wo man 2003 stand.

Auch dem habe ich nichts hinzuzufügen.  

Sporthalle

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