LN schlägt von Appen K.O.

  

 

Die Lübecker Nachrichten berichten heute über das Schwarzenbeker Rededuell und schlagen dabei ein wenig unter die Gürtellinie. Selbstverständlich zeigte sich der Herausforderer schlecht vorbereitet, doch dass der Amtsinhaber „jede Frage beantworten“ konnte, zeigt schon beim Subtitel die Geneigtheit des Journalisten.

  

 Hier geht es zur LN-online

 

 Den unbestreitbaren Punktsieg hat natürlich auch die sonstige Presse erkannt, wobei z.B. die Lauenburgische für meine Begriffe nüchterner, distanzierter, professioneller als die LN geschrieben hat. Vielleicht bin ich ja zu kritisch oder schon paranoid, aber ein Auslachen von Appens oder den Szenenapplaus für Ruppert habe ich nicht mitbekommen. Meine eigene Frage, wie viel Bürgermeister ich für meine Stimme eigentlich bekomme, die sich viel eher an Ruppert richtete, gerät in seltsamen Zusammenhang und der ebenso öde wie anmaßende Werbefilm „verkürzt“ bei der LN die Vorstellungsrede, wo von Appen nur (be-)ständig an das Wir-Gefühl appellierte. So entsteht der Eindruck, dass bereits diese Runde an Ruppert ging und das sieht z.B. auch die Lauenburgische ganz anders.

  

 Hier geht es zur Lauenburgischen Landeszeitung

 

 Spätestens wenn die Lübecker schreibt, Ruppert „verdeutlichte, dass der Neubau des Gymnasiums und der Umbau am alten Standort komplett aus Mehreinnahmen der Stadt finanziert werden könnte(n)“, dann klingt das so, als hätte Ruppert das objektiv nachweisen können.

 

Und das wäre natürlich Unsinn! Es steht völlig in den Sternen, ob und wie das Gymnasium und auch noch der Umbau bezahlt werden können. Der Neubau kostet ab sofort 2,2 Mio. € jährlich. Die „Mehreinnahmen“ der Stadt bestehen einerseits aus höheren Steuereinnahmen als erwartet, andererseits aus Fördermittel, die nur im Zusammenhang mit dem Neubau überhaupt gezahlt werden. Diese reichen im Moment locker aus, um die 1. Rate zu bezahlen. Das ist auch kein Wunder, weil die Auszahlung aller über die Laufzeit von 25 Jahren in die Berechnung eingeflossenen Fördermittel innerhalb weniger Jahre erfolgt.  

 

  

 Hauptsache, Sie nehmen daran teil!

 

 Die Steuereinnahmen dieses Jahres kennt der Bürgermeister noch nicht. Spätestens ab 2012 ist die Finanzierungsfrage vollständig offen und trifft zeitlich ungefähr mit dem ab 2014 erwarteten, drastischen Rückgang der Schülerzahlen zusammen. Sollte das Füllhorn steuerlicher Mehreinnahmen versiegen, sind die Schönrechnungen bereits vor 2012 Makulatur. Aber dass alle Kosten aus Mehreinnahmen bezahlt werden könnten, bedeutet übersetzt vielleicht auch nur, dass der Bürgermeister á la Tewje singt: Wenn ich einmal reich wär’… bezahlt sich meine Schule wie von selbst. Vielleicht war das ja sogar sein Vorbild, denn darin heißt es ja auch:

 

Ich bau den Leuten dann ein Haus vor die Nase, hier in die Mitte uns’rer Stadt!

 

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